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Oktober 2005Oktober 2005
Oktober 2005
Arbeitsgruppe Bodenbiologie
Foto: BFW

Wie erleben Sie es, in einem so männlich dominierten Bereich tätig zu sein?

Ich sehe es nicht als Nachteil. Ich schätze meine Kollegen im näheren Umfeld sehr, wir haben hier wirklich eine sehr angenehme Atmosphäre. Es ist viel Humor dabei, ich kann mindestens ein Mal am Tag beim Mittagessen herzlich lachen! Das ist für mich eine Form von Lebensqualität, gerade in dieser oft sehr verbissenen Wissenschaftsgesellschaft.
Bei Tagungen ist man als Frau unter Männern oft der einzige bunte Fleck in einer Masse von Jagdanzügen. Man muss darum kämpfen, ernst genommen zu werden. Alle sind zwar sehr nett, freundlich und hilfsbereit, aber man wird nicht ernst genommen bis man gezeigt hat, dass man etwas kann. So ein Preis wie die Auszeichnung zur "Forscherin des Monats" ist da eine tolle Rückenstärkung, ein Zeichen dafür, dass man ernstzunehmende Wissenschaft betreibt. Auch seit der Habilitation geht es mir besser, seither zweifelt niemand mehr an meiner Kompetenz.

Müssen Frauen besser sein als Männer?

Ich weiß nicht. Frauen sind sehr bestrebt, alles perfekt zu machen. Meiner Einschätzung nach hat das mit einem etwas schwächeren Selbstbewusstsein zu tun. Man muss natürlich viel über sich ergehen lassen - Blondinenwitze, halbseidene Aussprüche etc. Ich nehme das gelassen, aber zimperlich darf man nicht sein. Ich kenne die Kollegen inzwischen und das prallt an mir ab, oft kann ich auch drüber lachen.

Es scheint, dass Sie gemeinsam mit Ihren KollegInnen viel Spaß haben!

Ja, es ist mir in meiner Arbeitsgruppe wichtig, dass gute Stimmung herrscht, dass die Gruppe gut zusammenarbeitet. Dann entstehen automatisch gute Leistungen, weil alle motiviert sind und es ihnen nichts ausmacht, auch einmal am Wochenende oder am Abend länger zu arbeiten. Ich verlange das von niemandem, aber sie machen es trotzdem.

Für viele Menschen ist der Wald Erholungsraum, für Sie ist er Forschungsobjekt. Können Sie eigentlich einen Wald betreten, ohne an Ihre Forschungsarbeit zu denken?

Das kann ich sehr gut. Ich meide zwar in der Freizeit die Plätze, wo meine Versuchsgeräte stehen, denn sonst bin ich immer versucht, nachzusehen, ob alles funktioniert. Aber ich bin sehr viel im Wald und erhole mich dort oder in den Bergen am besten. Allerdings muss ich auch sagen, dass wir den Sommerurlaub immer auf einer Insel verbringen, auf der es keinen einzigen Baum gibt!

Das Interview führte Lisa Purker von der ÖGUT - Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik.

 

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