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Networking meetingsNetzwerktreffen
Netzwerktreffen

Die regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen dienen dem Kennenlernen und der Weitergabe von Informationen, die für das Thema Frauen in Forschung und Technologie relevant sind. Das bmvit informiert über Neuigkeiten aus dem Förderschwerpunkt und zeigt aktuelle Themen auf. Anschließend gibt es die Möglichkeit zu einem informellen Austausch und zur Förderberatung durch die FFG. Begleitend zu jedem Netzwerktreffen wird Kinderbetreuung angeboten.

 

Frauen und Männer, die den FEMtech-Gedanken unterstützen und gemeinsam die Rahmen- und Zugangsbedingungen für Frauen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich verbessern wollen, sind zum Informations- und Erfahrungsaustausch herzlich eingeladen!

 

BERICHT: FEMtech Netzwerktreffen vom 23. Juni 2014

Väterkarenz – neue Impulse für die Chancengleichheit

Datum: 23.06.2014 16:00

Ort: Technische Universität Graz

 

Welche Auswirkungen auf die Karrieren von Männern hat eine Auszeit aufgrund von Väterkarenz? Sybille Reidl präsentierte am 23. Juni 2014 beim FEMtech Netzwerktreffen an der TU Graz die neue Studie von JOANNEUM RESEARCH „Väterkarenz – neue Impulse für Chancengleichheit (?)“. Horst Bischof (Vizerektor Technische Universität Graz) eröffnete das FEMtech Netzwerktreffen des bmvit, das in Zusammenarbeit mit der TU Graz durchgeführt wurde. Das diesmalige FEMtech Netzwerktreffen war die Auftaktveranstaltung zu einer Reihe von weiteren Events. Die TU Graz feierte am 23. und 24. Juni 2014 "10, 20 – jetzt erst recht!" 10 Jahre Büro für Gleichstellung und Frauenförderung und 20 Jahre FIT-Frauen in die Technik Steiermark! 

 

Silvia Neumann (bmvit) wies in ihrer Begrüßung auf die erfolgreiche Programmlinie „FEMtech Karriere“ hin. Viele Maßnahmen im Bereich Verbesserung der work-life-balance wie z.B. Väterkarenz wurden seit 2004 mit dieser Förderlinie umgesetzt. 

 

JOANNEUM RESEARCH hat die Auswirkungen von Väterkarenz auf Karrieren von hochqualifizierten Männern untersucht. Als überraschendes Ergebnis zeigt sich, dass es bei den analysierten Männern keinen Karriereknick aufgrund der Väterkarenz gibt. Väterkarenzen sind jedoch in der Regel viel kürzer als Karenzen von Müttern.

 

Im Anschluss an den Impulsvortrag von Sybille Reidl wurden in der Podiumsdiskussion die unterschiedlichen Aspekte in Bezug auf Väterkarenz genauer betrachtet. Gudrun Haage (Büro für Gleichstellung und Frauenförderung, Technische Universität Graz) bekräftigte die Aussage der Studie, dass es an Universitäten keine gute work-life-balance gibt. Auf Unis gehen Projekte immer vor. Andrea Taucher (MSG Mechatronic Systems GmbH) ist Projektleiterin eines erfolgreichen FEMtech Karriere Projektes. Das in den vergangenen Jahren stark gewachsene Unternehmen setzt stark auf Anreize wie zum Beispiel eine gute work-life-balance, um im Wettbewerb um die besten Fachkräfte kompetitiv zu sein. 

 

Gudrun Gruber (Leiterin Human Resources Kompetenzzentrum Das virtuelle Fahrzeug) ist ebenso Projektleiterin eines FEMtech Karriere Projektes. In den vergangenen Jahren gab es zehn Väterkarenzen im Unternehmen. „Es (das Thema) ist hoch ansteckend“, meint sie. Von seinen persönlichen Erfahrungen als junger Vater, der in Karenz war, berichtete Josef Reiterer. Sein Umfeld hat seine Entscheidung in Väterkarenz zu gehen immer unterstützt. Für das nächste Kind plant er eine längere Karenzzeit in Anspruch zu nehmen. 

 

In Österreich steckt das Thema Väterkarenz noch in den Kinderschuhen. Damit Väterkarenz zu mehr Chancengleichheit führt müssten Männer in Zukunft länger in Väterkarenz gehen. Das könnte auch dazu führen, dass Personalverantwortliche in Zukunft nicht nur bei Frauen sondern auch bei Männern damit rechnen, dass diese für ihre Kinder ihre Karriere unterbrechen werden. 

 

Im Anschluss an die Veranstaltung wurde auf Einladung des bmvit am Buffet genetzwerkt. 

 

Einladung und Programm

 

Präsentation von Mag. Sybille Reidl: "Väterkarenz – neue Impulse für Chancengleichheit (?)"

 

Studie "Väterkarenz - Auswirkungen auf Karrieren von Männern" (JOANNEUM RESEARCH)

 

 

Fotos: © annarauchenberger.com / Anna Rauchenberger

 

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Offizieller Teil

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BERICHT: FEMtech Netzwerktreffen vom 28. Oktober 2013

Innovative Mischung. Lösungen zur Überwindung von Diskriminierung

Montag 28.10.2013, 16:00 Uhr
Tech Gate Vienna

 

Das Wort Diskriminierung ist laut Gudrun Biffl in Österreich nach wie vor tabuisiert. Gudrun Biffl und Thomas Pfeffer vom Department für Migration und Globalisierung der Donau-Universität Krems griffen im Frühjahr 2013 das Thema in der Studie „Diskriminierung in Rekrutierungsprozessen verstehen und überwinden“ auf und präsentierten diese beim FEMtech Netzwerktreffen am 28. Oktober 2013 im Tech Gate Vienna.

 

Rupert Pichler (BMVIT) wies bei seiner Begrüßung darauf hin, dass es für eine gelungene Migration wesentlich sei, Menschen ihren Qualifikationen entsprechend zu beschäftigen. Andreas Wildberger (FFG) bezog sich auf den aktuellen Global Gender Gap Report, in dem Österreich im Bereich „Economic Participation and Opportunity of Women“ nur den 69. Platz von 136 Ländern belegt. Humanpotenzial müsse daher besser ausgeschöpft und Frauen in ihrer Karriere verstärkt unterstützt werden.

 

Diskriminierung von bestimmten Personengruppen (MigrantInnen, ältere Personen, Frauen) auf dem Arbeitsmarkt erfolgt laut Gudrun Biffl durch Ungleichheit infolge von Zugangsbeschränkungen zum Arbeitsmarkt (Beschäftigungsdiskriminierung), Lohndiskriminierung, weniger Aus- und Weiterbildung sowie Karrierechancen und eine berufliche Segregation. Benachteiligung oder Diskriminierung sei immer auf mangelnden Wettbewerb zurück zu führen, so Biffl in ihrem Vortrag. Im Kampf gegen Diskriminierung ist sie für die Einführung einer relativen Quote.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Frage aufgeworfen, was gelungene Migration ausmacht und welche Hürden überwunden werden müssen, um in Österreich als Drittstaatenangehörige/r Karriere zu machen.

 

Laut Winfried Göschl (AMS Wien) müssten die Kriterien für die Rot-weiß-rot-Karte geändert werden, wenn der Wunsch nach mehr Zuzug von MigrantInnen nach Österreich bestehen sollte. Im Moment sei dafür kein Interesse von Seiten der Politik spürbar. Göschl sieht das vordergründige Problem in Bezug auf eine gelungene Integration darin, dass viele Personen mit Migrationshintergrund keine Berufsausbildung hätten. Die KundInnen von Heinz Kasparovsky (BMWF) sind Menschen aus dem Ausland, die eine sehr hohe Ausbildung haben und diese anerkennen lassen möchten. Das System zur Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse sei sehr komplex. Maximal ein Drittel der Fälle werde sofort positiv beschieden, der Rest nur mit Ergänzungsprüfungen, die sehr zeitintensiv sein können.

 

Vasiliki-Maria Archodoulaki (TU Wien) kam mit 17 Jahren aus Griechenland nach Österreich, studierte und machte anschließend Karriere an der Universität. Sie ist MiA-Preisträgerin, ein Award für Frauen mit internationalem Hintergrund, die erfolgreich in und für Österreich tätig sind. Sie selbst hat als Migrantin nie Diskriminierung erlebt, was darauf zurück zu führen ist, dass sie aus einem EU-Land stammt und in einer sehr weltoffenen Familie aufgewachsen ist. „Man muss schnell und gut Deutsch lernen, das ist die Eintrittskarte für die neue Heimat“, so Archodoulaki.

 

Der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund liegt in der AVL List GmbH in Österreich bei 16%. Die Belegschaft in der Niederlassung in Graz umfasst mehr als 49 Nationen. Stephan M. Baron erläuterte, dass das Unternehmen früh Interkulturelle Kommunikation als Weiterbildung angeboten habe. Das Unternehmen sei darauf angewiesen, Spitzenkräfte aus dem Ausland zu gewinnen: „Ausländerfeindlichkeit können wir uns daher nicht leisten.“

 

Im Anschluss an die Diskussion wurde die FEMtech-Expertin des Monats November 2013 Agata Ciabattoni vorgestellt. Sie ist Italienerin, absolvierte in Bologna ihr Informatikstudium und lebt seit 2000 in Wien. Sie ist derzeit als Universitätsprofessorin am Institut für Computersprachen der TU Wien tätig. Die Initiative des bmvit „FEMtech-Expertin des Monats“ trägt seit 2005 dazu bei, dass Frauen in Forschung und Technologie sichtbar gemacht werden. Nähere Informationen

 

Im Anschluss wurde auf Einladung des bmvit am Buffet genetzwerkt.

 

Einladung und Programm

Studie "Diskriminierung in Rekrutierungsprozessen verstehen und überwinden" -  Donau-Universität Krems (2013)

Präsentation "Diskriminierung in Rekrutierungsprozessen verstehen und überwinden" von Gudrun Biffl und Thomas Pfeffer, Donau Universität Krems, Department für Migration und Globalisierung

Artikel in "Der Standard": Diskriminierung: Viele Möglichkeiten zum Gegensteuern

 

Fotos: © annarauchenberger.com / Anna Rauchenberger

 

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Teil 1

Teil 2

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BERICHT: FEMtech Netzwerktreffen vom 24. Juni 2013

Unternehmenskulturen verändern – mehr Frauen in Führungspositionen

Montag 24.06.2013, 16:00 Uhr
WIFI Oberösterreich, 4021 Linz, Wiener Straße 150

 

Unterschiedliche Unternehmenskulturen sind ausschlaggebend dafür, dass Frauen einen Karrierebruch erfahren oder nicht. Katharina Hochfeld präsentierte am 24. Juni 2013 beim FEMtech Netzwerktreffen im WIFI Linz die aktuelle Studie aus 2012 der Fraunhofer Gesellschaft Berlin: „Unternehmenskulturen verändern – Karrierebrüche vermeiden“. Silvia Neumann, Abteilung für Forschungs- und Technologieförderung im bmvit, wies in ihrer Begrüßung auf Talente – den Förderschwerpunkt des BMVIT und speziell auf die Ausschreibung FEMtech Karriere hin, die gezielt die Erhöhung von Chancengleichheit in Unternehmen fördert.

 

Ziel des Fraunhofer-Projekts ist es, auf Grundlage einer umfassenden Ursachenanalyse neue Ansätze zur Vermeidung von Karrierebrüchen weiblicher Führungskräfte zu entwickeln. Das Projekt wurde von der Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam mit neun Partnerunternehmen durchgeführt: Allianz Deutschland AG, BASF SE, Bayer AG, Bosch-Gruppe, Daimler AG, Deutsche Bahn AG, EADS, Infineon Technologies AG und Microsoft. Ziel aller beteiligten Unternehmen ist es, den Anteil von Frauen in Führungspositionen weiter zu erhöhen.

  1. Die Ergebnisse zeigen, dass Einzelmaßnahmen wie beispielsweise zur besseren Vereinbarkeit von Karriere und Familie oder Maßnahmen zur Kompetenzerweiterung von Potenzialträgerinnen wie Mentoring- und Seminarangebote nicht ausreichen, um Karrierebrüche von Frauen zu vermeiden. Um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, ist ein umfassender Kulturwandel in Unternehmen notwendig.
  2. Die identifizierten unternehmenskulturellen Ursachen der Karrierebrüche von Frauen sind in verschiedenen Unternehmen unterschiedlich stark ausgeprägt. Nicht alle Unternehmen sind mit denselben Problemlagen konfrontiert, sondern stehen kulturspezifischen Anforderungen gegenüber. Es konnten vier idealtypische Kulturmuster identifiziert werden. Deren Charakteristika definieren die spezifischen Herausforderungen für die Erreichung des Ziels „mehr Frauen in Führungspositionen“. Damit geben die vier Kulturmuster auch die Ansatzpunkte für die organisationsspezifische Handlungsempfehlungen vor.

So gibt es das Kulturmuster „offene Hochleistungskultur“, bei der trotz Offenheit und Liberalität Karrierebrüche aufgrund des überhöhten Leistungsprinzips erzeugt werden. Hohe Leistungs- & Flexibilitätsanforderungen können von Frauen schwerer erfüllt werden, da sie häufiger die familiäre Fürsorgeverantwortung übernehmen. Bei der „konformistischen Formalkultur“ gibt es Karrierebrüche trotz formaler Prozesse durch irritierendes „Anderssein“. Herangehensweisen und Führungsverhalten von Frauen werden in von männlichen Mehrheiten definierten Umgebungen oft als unpassend und irritierend wahrgenommen. Weiters gibt es die „konservative Ausschlusskultur“: Hier gibt es Karrierebrüche durch traditionelle Wertvorstellungen und Männerzirkel. Geschlossene Männerzirkel behindern den Aufstieg von Frauen. Der Ausschluss wird dabei normativ über traditionelle Geschlechtsrollenbilder begründet. Und schließlich gibt es die „veränderungsorientierte Bewahrungskultur“: trotz Diversityorientierung kommt es zu Karrierebrüchen durch Beharrungstendenz. Die Herausforderung für mehr Frauen in Führungspositionen liegt hier darin, dass Frauen hohe Erwartungen an das Diversity-Engagement ihres Arbeitgebers haben. Zugleich gibt es die Angst vor Machtverlust der männlichen Mitarbeiter.

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde ein Reality-check mit ExpertInnen aus der Praxis durchgeführt: Katharina Hochfeld (Fraunhofer-Gesellschaft Berlin), Johanna Hummelbrunner (Robert Bosch AG Wien), Anette Klinger (IFN Beteiligungs GmbH, Frau in der Wirtschaft OÖ), Isabella Scheibmayr (Johannes Kepler Universität) und Andreas Geiblinger (Netzwerk Humanressourcen OÖ) nahmen daran teil.

 

Im Rahmen der Veranstaltung wurde die FEMtech-Expertin des Monats Mai 2013 Elisabeth Spitzenberger der Energie AG Oberösterreich und die FEMtech Expertin des Monats Juni 2013 Sandra Häuplik-Meusburger von der TU Wien vom bmvit ausgezeichnet und geehrt. Sandra Häuplik-Meusburger ist zugleich die 100. FEMtech-Expertin des Monats. Seit 2005 wird auf Initiative des bmvit die „FEMtech-Expertin des Monats“,  die zur Sichtbarmachung von Frauen in Forschung und Technologie beiträgt, präsentiert. Nähere Informationen zur Expertin.

 

Im Anschluss wurde auf Einladung des bmvit am Buffet genetzwerkt.

 

Präsentation von Frau Mag.a Katharina Hochfeld

Programm

"Unternehmenskulturen verändern - Karrierebrüche vermeiden" - Studie der Fraunhofer-Gesellschaft (2012)

 

Fotos: © annarauchenberger.com / Anna Rauchenberger

 

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BERICHT: FEMtech Netzwerktreffen vom 19. November 2012

Chancengleichheit und Exzellenz, eine Frage der Forschungskultur?

Montag 19.11.2012, 16:00 - 18:00 Uhr
Tech Gate Vienna, 19. Stock, Donau-City-Straße 1, 1220 Wien

 

Im Rahmen des FEMtech Netzwerktreffens, das unter dem Titel ,,Chancengleichheit und Exzellenz, eine Frage der Forschungskultur" am 19. November 2012 im Tech Gate Vienna stattfand, wurde die neue Studie ,,Humanressourcen Barometer" von JOANNEUM RESEARCH von Florian Holzinger und Sybille Reidl vorgestellt. Rupert Pichler, Abteilungsleiter für Forschungs- und Technologieförderung im BMVIT, wies in seiner Begrüßung auf die immer größer werdende Bedeutung in Bezug auf eine innovative Forschungskultur hin, die Chancengleichheit für Männer und Frauen in F&E hat.

 

In dieser Studie wurde u.a. ein Vergleich Österreich-Schweden angestellt und die Frage aufgeworfen, was Österreich von Schweden lernen kann. Schweden ist in Forschung und Entwicklung Innovation Leader und nimmt darüber hinaus auch eine Vorbildfunktion im Human Ressourcen-Bereich ein. Die Steigerung von Chancengleichheit hat einen großen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes, da Frauen die Hälfte des Potenzials an Talenten ausmachen. Die technologische Leistungs- und Innovationsfähigkeit von Ökonomien und Gesellschaften hängt auf lange Sicht maßgeblich davon ab, wie dieses Potenzial genützt wird.

 

Um Frauen für die Forschung und Entwicklung verstärkt gewinnen zu können ist es laut Holzinger notwendig, eine Forschungskultur zu schaffen, die für Frauen wie für Männer gleichermaßen attraktiv ist. Die Studie ,,HR-Barometer" zeigt, dass es hier signifikante Unterschiede zwischen Österreich und Schweden gibt. So herrscht in Österreich nach wie vor eine Überstunden- und Anwesenheitskultur vor allem in der Forschung vor. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass Schweden trotz einer wesentlich geringeren durchschnittlichen Arbeitszeit Innovation Leader ist. Weitere interessante Indikatoren weisen darauf hin, dass Schweden eine höhere Wissensintensität aufweist mit mehr tertiär qualifizierten Personen, WissenschafterInnen und IngenieurInnen als Österreich. Schweden verfügt über eine längere Tradition von Frauen in Forschung und Entwicklung und dieser Prozess ist stabil, sodass der Frauenanteil in F&E in Schweden höher als in Österreich ist. Auffallend ist nach wie vor die starke geschlechtsspezifische Segregation: 90% der Frauen in Österreich und Schweden studieren nicht Ingenieurs- bzw. Naturwissenschaften, was zu einem Nachwuchsmangel in diesem Bereich beiträgt.

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde der Frage nachgegangen, welche Herausforderungen für die Arbeitskultur es in Bezug auf die Verbesserung der Chancengleichheit in Österreich gibt. Der größte Hebel ist laut Eva Prieschl-Grassauer, CSO bei Marinomed Biotechnologie GmbH, die Nachwuchsförderung. Junge Frauen haben nach wie vor wenig konkrete Vorstellungen, was das Berufsbild der Technikerin/der Forscherin alles umfasst, meint auch Birgit Hofstätter, wissenschaftliche Mitarbeiterin des IFZ Institut für Technik- und Wissenschaftsforschung. Das Interesse für Technik sei bei Jugendlichen vorhanden, es muss jedoch ein Bezug zu ihren Lebenswelten hergestellt werden. Ein weiterer wichtiger Hebel, so Sigrid Alten, Diversity Managerin bei der Infineon Technologies Austria AG, ist es Gender Mainstreaming im mittleren Management eines Unternehmens zu verankern. Das sei zwar ein aufwendiger Prozess, doch es gehe auch um einen großen Kulturwandel in Bezug auf die Stärkung von Frauen und die Erhöhung des Frauenanteils auf allen Hierarchieebenen, den es umzusetzen gilt. Holzinger betont, dass flexible Arbeitszeiten und die Gestaltung von flexiblen Arbeitsorten wesentlich sind, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Hier gibt es jedoch auch einen negativen Aspekt, der dazu führt, dass Frauen und Männer weniger sichtbar für das Unternehmen sind, da sie weniger anwesend sind. Es ist wesentlich, ein Umfeld zu fördern, das die Karriere von Frauen in Forschung und Entwicklung selbstverständlicher werden lässt. Hier gilt es verstärkt anzusetzen, so Hofstätter: ,,Frauenförderung ist nach wie vor ein wichtiges Thema, um Frauen in Positionen zu bringen, wo sie etwas bewirken können. Daher sind Frauenquoten und finanzielle Anreize notwendig, dann gelingt vieles von allein."

 

Die Sichtbarmachung von Frauen in Forschung und Entwicklung wird u.a. durch die Initiative des bmvit ,,FEMtech Expertin des Monats" ermöglicht. Nähere Informationen

 

Im Anschluss an das FEMtech Netzwerktreffen wurde auf Einladung des bmvit die Möglichkeit zum Netzwerken am Buffet geboten.

 

Einladung & Programm

 

Studie HR-Barometer

 

Präsentation "Humanressourcen - HR Monitoring in Wissenschaft und Technologie"
Florian Holzinger und Sybille Reidl, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH

 

Fotos: © annarauchenberger.com / Anna Rauchenberger

 

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BERICHT: FEMtech Netzwerktreffen vom 18.06.2012

Chancengleichheit schafft Wettbewerbsvorteile

Unternehmen, die Forschung und Entwicklung betreiben, sind auf hochqualifizierte MitarbeiterInnen angewiesen, um ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und weiter auszubauen. Viele Unternehmen beklagen zwar einen Fachkräftemangel, verzichten aber gleichzeitig auf ein enormes Potenzial: Denn Frauen sind in vielen Branchen noch immer unterrepräsentiert. Beim FEMtech Netzwerktreffen am 18. Juni im WIFI Dornbirn wurde das Thema ,,Vielfalt und Chancengleichheit in Betrieben" heiß diskutiert.

 

Es sei notwendig, aktiv Maßnahmen zu setzen, um den Frauenanteil in Unternehmen zu erhöhen, betonte Landtagspräsidentin Bernadette Mennel. Diese müssten frühzeitig bei jungen Mädchen und Frauen ansetzen. Auch die Medien sollten dazu beitragen, ein positives Bild von Frauen in technischen Berufen zu vermitteln.

 

Silvia Neumann, Abteilung Forschungs- und Technologieförderung im BMVIT, wies darauf hin, dass das BMVIT in seinem Förderschwerpunkt ,,Talente" Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit vielfältigen Förderungen dabei unterstützt, den Frauenanteil zu erhöhen und Frauen in ihrer Karriere zu fördern.

 

Im Wettbewerb um die besten Köpfe sei es wichtig, sich als attraktiver Arbeitergeber zu positionieren, so Monika Mayrhofer vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte. Um eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die Frauen wie Männer gleich anspricht, müssen Unternehmen in Zukunft verstärkt auf Diversität und Chancengleichheit setzen.

 

Im Kompetenzzentrum V-Research habe die Auseinandersetzung mit Chancengleichheit und Gender Mainstreaming zu einem Umdenkprozess im Kompetenzzentrum geführt, so Geschäftsführer Cord Henrik Surberg. Diese bewusste Auseinandersetzung führte dazu, dass als selbstverständlich angesehene Abläufe im Unternehmen hinterfragt wurden und so auf ,,versteckte" Barrieren untersucht wurden.

 

Christoph Hinteregger, Mitglied der Geschäftsleitung bei Doppelmayr Seilbahnen GmbH, betonte, dass das Bild der Technik in der Öffentlichkeit häufig ein verzerrtes sei. Technik habe nach wie vor den Ruf, ein ,,schmutziges" Gewerbe zu sein. Daher unterstützt Doppelmayr seit einigen Jahren Aktivitäten wie den ,,girls´ day" oder den ,,Tag der offenen Tür".

 

Es seien häufig unsichtbare Barrieren, die Frauen, ältere ArbeitnehmerInnen oder auch Menschen mit Behinderungen davon abhalten, sich für einen Job zu bewerben, so Monika Mayrhofer. Diese Personen erreiche man im herkömmlichen Rekrutierungsprozess nicht, und das werde den Unternehmen überhaupt nicht bewusst. Es sei daher wichtig, so Mayrhofer, diese ,,Barrieren" zu zerstören, um Frauen anzusprechen. Außerdem müssten Betreuungspflichten gerecht verteilt werden.

 

Rahmenbedingungen für Frauen mit Betreuungspflichten sind auch für die Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Vorarlberg, Evelyn Dorn, wichtig. Der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen sei ein wesentliches Ziel der Wirtschaftskammer im Jahr 2012. Hier müsse, so Evelyn Dorn, auch jede und jeder selbst ansetzen, damit das Vorurteil der ,,Rabenmütter" endlich der Vergangenheit angehört.

 

Einladung und Programm

 

PRÄSENTATION "Vielfalt und Chancengleichheit im Betrieb"
Monika Mayrhofer, Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte

 

Foto-Credit: FFG/Kreativ Fotografie Furtner

 

Weitere Fotos

BERICHT: FEMtech Netzwerktreffen vom 21.11.2011

Foto: FEMtech/annarauchenberger.com
Foto: FEMtech/annarauchenberger.com

Macht als strategisches Spiel

Viele streben danach, wenige stehen dazu - schließlich ist Macht immer noch sehr oft ein Tabuthema. Unter dem Titel ,,Macht - schillernd und handfest. Anleitungen zum strategischen Spiel" haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des FEMtech-Netzwerktreffens am 21. November im Tech Gate Vienna die unterschiedlichen Aspekte der Macht beleuchtet.

 

,,Es ist eigentlich erstaunlich, dass dieses Thema bis dato noch nicht Gegenstand eines FEMtech-Netzwerktreffens war, weil die Diskussionen über Gendergerechtigkeit häufig fast automatisch Diskussionen über Macht und Machtausübung sind ", betont Rupert Pichler, Abteilungsleiter für Forschungs- und Technologieförderung im BMVIT, bei der Begrüßung. In Vertretung von Andrea Rainer, Leiterin der Programmgruppe Humanpotenzial, hat Christiane Ingerle im Anschluss die Teilnehmerinnen und Teilnehmer seitens der FFG begrüßt.

 

Zita Küng, Inhaberin des Züricher Beratungsunternehmens EQuality, Juristin und Organisationsberaterin, beschäftigt sich schon lange mit Personalführung und Produktentwicklung und hat ihren Arbeitsschwerpunkt u.a. auf Strategien. Ihr Vortrag zum Thema ,,Macht - schillernd und handfest. Anleitungen zum strategischen Spiel" hat sie rund um die sieben Machtbasen nach Eva Renate Schmidt aufgebaut:

 

  1. Informationen: Es sei wichtig, sie zu haben, den Zugang zu ihnen zu kennen, zu wissen, was man behält, was man teilt, betont Küng. 
  2. Beziehungen: Netzwerke sind laut Küng für Frauen besonders wichtig. Sie könnten sich gegenseitig stärken, aber in diesem Rahmen auch konstruktiv kritisieren. Gleichzeitig sei es auch wichtig, Männer für Koalitionen zu finden.
  3. Expertise: Neben Qualifikationen und Fachkenntnis sollten Frauen zusätzlich jenes Wissen einbringen, das sie von anderer Seite erworben haben. 
  4. Anerkennung: Neben Beförderungen, Geschenken oder Gehaltserhöhungen sollten Frauen für ihre Leistungen namentlich genannt und gewürdigt werden. 
  5. Sanktionen: Frauen sollten reflektieren, Widerspruch gegebenenfalls aussprechen und die eigenen Vorstellungen einbringen.
  6. Körper: Ein vitaler ist Körper wichtig, ,,damit das Denken angeregt ist. Das bedeutet aber auch, dass die Ansprüche des Körpers ernst genommen werden."
  7. Definitions- und Deutungsmacht: Frauen sollten Definitionen nicht einfach übernehmen, sondern sie hinterfragen und überlegen, was man anders machen könnte. Es gehe um das Prüfen und Umdeuten, zum Beispiel was das Verständnis von Arbeit betrifft.

 

,,Ich glaube, jeder, der eine Führungsposition anstrebt, muss sich dessen bewusst sein, dass es nicht immer lustig ist. Schillernd ist das eher selten", meint ,,Standard"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmidt in der anschließenden Podiumsdiskussion zu ,,Mein persönlicher Zugang zur Macht". ,,Wer Entscheidungen trifft oder Menschen führen muss, muss sich auch klar sein, dass das einsam machen kann." Macht bedeute Verantwortung, und man müsse damit auch umgehen können. Eine Position, die die Direktorin des Technischen Museums Wien, Gabriele Zuna-Kratky, voll unterstützt. Ergänzend fügt sie hinzu, dass ihr bei den erwähnten Machtbasen der Begriff Sanktionen nicht gefalle. ,,Statt Sanktionen würde ich Entscheidungen sagen. Die werden verlangt." Die schlimmsten Führungskräfte seien jene, die sehr zögerlich mit Entscheidungen umgehen und sie außerdem nicht transparent gestalten. Der Schriftsteller Michael Köhlmeier misstraut jenen Personen, die Macht als Bürde betrachten. ,,Ich finde es erfrischend, wenn jemand sagen würde: Gebt mir Macht, ich mache es gern." Deshalb habe ihm die Einstellung von Hillary Clinton bei ihrer Bewerbung für die US-Präsidentschaftswahl gut gefallen. Sie habe deutlichen Gestaltungswillen gezeigt. Laut Küng ist nicht immer eindeutig, was mit Macht gemeint ist. ,,Geht das eher in Richtung Gewalt oder eher in Richtung Gestaltungsmöglichkeit?" Es wäre wichtig, dass jede Führungskraft für sich selbst definiert, wie weit sie oder er gehen will und überprüft, ob man immer noch gut unterwegs sei.

 

Beim anschließenden Buffet gab es dann wieder Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen oder aufzufrischen.

 

Sämtliche Fotos zum freien Download vom Netzwerktreffen am 20. Juni finden Sie HIER.

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Fotorechte: FEMtech/annarauchenberger.com

BERICHT: FEMtech Netzwerktreffen vom 20.06.2011

,,Forscherinnen fördern heißt: Alle Talente nützen", so das Motto des FEMtech Netzwerktreffens, das am 20. Juni 2011 im Tech Gate Vienna stattfand. Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie setzt auch weiterhin auf Chancengleichheit und Frauenförderung. Dr. Rupert Pichler, Abteilungsleiter für Forschungs- und Technologieförderung im bmvit, dankte im Rahmen seiner Begrüßung der bisherigen Programmverantwortlichen Gertraud Oberzaucher für den großen Pioniergeist, mit dem sie sieben Jahre die Frauenförderung in Forschung und Technologie vorangetrieben hat.

 

Entscheidender Umsetzungspartner des Bundesministeriums für den Förderschwerpunkt Talente ist die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Andrea Rainer, Leiterin der Programmgruppe Humanpotenzial, ging in ihrer Einführung auf die 2011 geplanten Ausschreibungen von Talente ein. Die Förderangebote sollen Menschen über den gesamten Karriereverlauf ansprechen - vom Kind bis zur etablierten Forscherin.

 

Im zweiten Halbjahr 2010 wurde das Programm FEMtech - sieben Jahre Erfahrungen in den Bereichen Aktivitäten, Wissen und Förderung von Frauen in Forschung und Technologie - im Auftrag des bmvit evaluiert. Karin Grasenick präsentierte für die ARGE ,,3C" die Ergebnisse dieser FEMtech Programmevaluierung.

 

,,Das Programm hat einen guten Bekanntheitsgrad erreicht, auch im internationalen Rahmen kann man sich sehen lassen", so Karin Grasenick in ihrem Resümee. ,,Der ursprünglich angesprochene kleine Kreis hat sich über sieben Jahre kontinuierlich weiterentwickelt". FEMtech Aktivitäten und FEMtech Wissen leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der öffentlichen Genderdiskussion, FEMtech Förderungen mit den Programmlinien FEMtech Karriere, FEMtech Karrierewege und FEMtech FTI-Projekte legen einen Grundstein durch ,,Best-Practice" Beispiele. Bewährt habe sich auch die Kombination aus Awareness- und Fördermaßnahmen stellte Karin Grasenick weiter fest.

 

Empfehlenswert für die weitere Arbeit ist nach Meinung des Evaluierungsteams eine interne Schärfung und Konsistenz der gleichstellungspolitischen Ansätze bzw. eine klare Außendarstellung, die Konzentration auf die Zielgruppen Unternehmen im Bereich Forschung, Technologie und Innovation und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Regionalisierung und eine breite Implementierung des Themas Chancengleichheit in die Förderprogramme der FFG. Ein zukünftiger Schwerpunkt sollte die gezielte Erweiterung der Community sein unter Einbeziehung von Bündnispartnern. Bei den FEMtech Förderungen sollte der Fokus auf strukturelle Veränderungen, zielgruppenspezifische Ansprache der Unternehmen, Bereitstellung praxisorientierter Materialien und möglichst einfache Förderabwicklung gerichtet werden.

 

TeilnehmerInnen der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema ,,Die nächsten Schritte zur Erreichung von Chancengleichheit in Forschung und Technologie", die von Heidi Aichinger, Der Standard, moderiert wurde, waren neben Rupert Pichler, bmvit, Gertraud Oberzaucher, Austria Tech, und Karin Grasenik, ARGE ,,3C", Angelika Hanke, RHI AG, Hedda Weber, Kompetenzzentrum Holz GmbH und Wolfgang Haidinger, Industriellenvereinigung.

 

,,Österreich soll ein fortschrittliches Land werden", so Rupert Pichlers Wunsch für die Zukunft. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Bildungssystem zu, denn ,,Bildungschancen haben viel mit Chancengleichheit zu tun". Angelika Hanke hofft, dass Chancengleichheit von Frauen und Männern zukünftig eine ,,Selbstverständlichkeit" wird. Da Anwesenheit nicht mit Leistung gleichgesetzt werden kann, spiele die Unternehmenskultur in Bezug auf Chancengleichheit eine wichtige Rolle, ist sich Hedda Weber sicher und Wolfgang Haidinger sieht die Nachwuchssicherung in MINT als wesentliche Aufgabe für die Zukunft des Innovationsstandortes Österreich. Einig waren sich alle Diskutierenden, dass Chancengleichheit ein zentrales Thema der Zukunft bleiben wird.

 

Im Anschluss wurde auf Einladung des bmvit die Möglichkeit zum Netzwerken am Buffet geboten.

 

Einladung und Programm (pdf)

 

PRÄSENTATION EVALUIERUNG FEMTECH

Karin Grasenick, Convelop (pps)

Den Endbericht und die Zusammenfassung zur Programmevaluierung finden Sie hier.

 

 

Sämtliche Fotos zum freien Download vom Netzwerktreffen am 20. Juni finden Sie HIER.

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Fotorechte: FEMtech/annarauchenberger.com

 

BERICHT: 30. FEMtech Netzwerktreffen:

 

 

,,NachwuchswissenschafterInnen brauchen klare und faire Perspektiven", so das Motto des 30. FEMtech Netzwerktreffens, das am 29. November 2010 im Tech Gate Vienna stattfand.

 

Mehr als die Hälfte aller wissenschaftlichen MitarbeiterInnen in der österreichischen außeruniversitären technisch-naturwissenschaftlichen Forschung sind jünger als 35 Jahre. Die Förderung dieser jungen WissenschafterInnen wirkt sich positiv auf das gesamte Innovationssystem aus. Zudem können so die Ziele des Gender-Mainstreamings am nachhaltigsten realisiert werden.

 

Aus diesem Grund hat das FEMtech kompetenzzentrum die Studie ,,Innovationsfaktor Humanressourcen - Brennpunkt NachwuchsforscherInnen" erstellt. Sie geht den Fragen nach, wie zufrieden die jungen WissenschafterInnen in der außeruniversitären technisch-naturwissenschaftlichen Forschung (AUFO) mit ihren Arbeitsbedingungen als auch Karriereaussichten sind und untersucht ihre Beschäftigungssituation hinsichtlich von Geschlecht bzw. Alter.

 

Nach einer Begrüßung durch Andrea Rainer, FFG, präsentierte Florian Holzinger, JOANNEUM RESEARCH, die Ergebnisse der Studie: Der Frauenanteil bei WissenschafterInnen in der AUFO liegt bei 29 Prozent, wobei er im Bereich der NachwuchsforscherInnen (20 bis 25 Jahre) mit 48 Prozent besonders hoch ist und mit zunehmendem Alter deutlich sinkt (20 Prozent bei den 31- bis 34-Jährigen).

 

NachwuchsforscherInnen fühlen sich in erster Linie durch Zeitdruck, Gleichzeitigkeit von Projekten, hohe Eigenansprüche und ein geringes Einkommen belastet, Konflikte am Arbeitsplatz, fachliche Überforderung oder ein drohender Arbeitsplatzverlust spielen nur eine untergeordnete Rolle. Je älter die NachwuchswissenschafterInnen sind, umso häufiger fühlten sie sich durch Überstunden und Nacht- bzw. Wochenendarbeit belastet.

 

Durchwegs positiv bewertet wurden fachlich interessante Arbeiten, dass auf Fort- und Weiterbildung Wert gelegt und die Eigeninitiative gefördert wird, Wertschätzung und Förderung durch Vorgesetzte/KollegInnen, Flexibilität und Vereinbarkeit sowie wenig administrative Tätigkeiten. Weniger gut bewertet wurden die Einbindung in internationale Arbeitszusammenhänge, die Einkommenshöhe sowie strukturierte Aufstiegs- und Karriereperspektiven.

 

,,Als auffällig erwies sich", so Florian Holzinger, ,,dass es kaum geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bewertung der Arbeitsbedingungen gab. Das Alter spielt offenbar bei der Bewertung der Arbeitsbedingungen eine wichtigere Rolle als das Geschlecht."

 

An der darauf folgenden Podiumsdiskussion zum Thema ,,Karriereförderung von jungen WissenschafterInnen unter der Berücksichtigung der Gender-Dimension" nahmen teil: Susanne Baumgartner, Böhler Schweißtechnik Austria, Frank Dieter Uhlig, Technische Universität Graz, Elvira Welzig, Austrian Institute of Technology, Gundi Wentner, Deloitte Consulting.

 

Die PodiumsteilnehmerInnen stellten fest, dass die Ergebnisse der Studie durchaus auch auf die Universitäten und die industrielle Forschung zu übertragen sind. Den derzeitigen budgetären Druck, dem Forschung in Österreich ausgesetzt ist, betrachteten die ExpertInnen mit Sorge - auch im Hinblick auf die Förderung junger WissenschafterInnen.

 

Gertraud Oberzauchers (BMVIT) Abschlussworte galten nicht nur dem letzten Netzwerktreffen des heurigen Jahres, sondern waren auch Worte des Abschieds für das FEMtech kompetenzteam. Im kommenden Jahr sind die FEMtech-Agenden, wie zum Beispiel die Organisation der FEMtech Netzwerktreffen, bei der FFG angesiedelt.

 

Im Anschluss daran lud FEMtech zum weihnachtlichen Buffet mit Impressionen von 30 FEMtech Netzwerkveranstaltungen!

 

Einladung und Programm (pdf)

 

PRÄSENTATIONEN:

Florian Holzinger, JOANNEUM RESEARCH (ppt)

 

Sämtliche Fotos zum freien Download finden Sie HIER.

Benutzer: femtech

Passwort: netzwerk

Fotorechte: FEMtech/annarauchenberger.com

 

BERICHT: 29. FEMtech Netzwerktreffen

,,FEMtech FTI-Projekte - bedarfsgerechte Forschung, Demonstrationsprojekte & aktuelle Ausschreibung" war das Thema des 29. FEMtech Netzwerktreffens, das am 13. September 2010 im TechGate Vienna, moderiert von Inge Schrattenecker (OEGUT), stattfand.

 

Nach einführenden Worten zu den Anfängen des FEMtech-Projekts stellte Gastgeberin Gertraud Oberzaucher (Bundesiminiserium für Verkehr, Innovation und Technik) den neuesten Meilenstein im Bereich Humanressourcen-Maßnahmen des bmvit vor. Das Bundesministerium habe nun ,,erfolgreiche Förderprogramme wie brainpower austria, FEMtech, generation innovation und Young Experts zu einem neuen Humanressourcenpaket geschnürt." Die Schwerpunkte sind: Forscherinnen fördern, Nachwuchs gewinnen, Menschen vernetzen in Form der Brainpower-Jobbörse, die jetzt u.a. auch Studierenden offen steht. Ab 2011 wird es auch für Studentinnen Forschungspraktika geben.

 

Für die Beurteilung der Förderwürdigkeit werden jetzt auch die Gender-Aspekte ein Kriterium, so Oberzaucher. Das zu fördernde Projekt sollte genderrelevante Inhalte aufweisen, das Projektteam ausgewogen im Hinblick auf die Geschlechterverteilung besetzt bzw. das einreichende Unternehmen entsprechend zusammengesetzt sein.

 

Christiane Ingerle (FFG) informierte über die aktuelle Ausschreibung FEMtech FTI-Projekte (Eckdaten der 3. Ausschreibung, Entwicklung Programmlinie FEMtech FTI-Projekte, Infos für InteressentInnen). Eine Einreichung ist noch bis 17.11.2010 möglich.

 

Sabine Scherbaum, Fraunhofer-Einrichtung für modulare Festkörpertechnologien, wies auf den 1. Bayerischen Mädchen- und Technikkongress hin, der am 29. September an der Hochschule Kempten stattfindet und sprach im Rahmen ihres Vortrags ,,Toolkit Genderaspekte in EU-geförderten Forschungsprojekten" über das europäische Arbeitspaket Science and Society: Gender and Research, in dessen Zusammenhang von Forschungseinrichtungen und Universitäten erwartet wird, dass Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils und deren Karrierechancen in der Forschung eingeleitet werden. Dies in Form von Veränderungen in der Arbeitskultur und den Arbeitsstrukturen hin zu mehr Innovation und der Erzeugung von neuen Kenntnissen sowie der Berücksichtigung von Genderaspekten zur Verbesserung der Forschungseffizienz beispielsweise in den Bereichen Health, Life Science, Biomedizin, Entwicklung von nachhaltigen Technologien, Transport, Energie.

 

Anschließend stellten vier ForscherInnen ihre vom bmvit geförderten Projekte vor. Bei GENIE - GENder-related Implant Examination, präsentiert von Vasiliki-Maria Archodoulaki, Technische Universität Wien - Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie, geht es um die Aufklärung von Zusammenhängen zwischen dem Versagen von Gelenkimplantaten und dem Geschlecht der PatientInnen.

 

Anja Karlssons Projekt CON-BioEnergy, Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik, geht von der These aus, dass die Bedienung von Biomasseheizsystemen aus männlicher Perspektive entwickelt wird und die Bedürfnisse von Frauen und ihrer Lebensrealität nicht beachtet werden. Ziel des Projektes ist deshalb die Erforschung der aktuellen Situation bei der Bedienung von Biomasseheizungen und die Optimierung des Einsatzes von Biomasseheizanlagen.

 

Das Projekt touch::tell::IT, präsentiert von Gerhard Sprung, FH JOANNEUM REASEARCH mbH, möchte die aktuelle Situation, dass traditioneller IT-Unterricht männlich ausgerichtet ist hin zu mädchengerechtem Programmierunterricht und neue Ansätzen (Spieledesign und Storytelling) verändern.

 

Susanne Fuchs, BRIMATECH Services GmbH, stellte mit ways2dat ein Projekt vor, das auf die Einbindung von und den zentralen Zugang zu Probandinnen und Probanden in Mobilitätsprojekte zielt.

 

Bei der anschließenden angeregten Podiumsdiskussion, in die schließlich auch Publikumsfragen einflossen, sprachen die ReferentInnen u.a. über anfängliches internes Unverständnis im Vorfeld der genderrelevanten Projekte, über Chancen, das Interesse von Kindern an Technik schon möglichst früh zu wecken, über eine gewisse in Österreich herrschende generelle Skepsis gegenüber Technik und über Möglichkeiten, zu welchen weiteren Projekten ihr aktuelles Projekt führen könnte.

 

Wie bei jedem Netzwerktreffen wurde anschließend am Buffet ausgiebig weiterdiskutiert. Wer an der aktuellen Ausschreibung FEMtech FTI-Projekte interessiert war, konnte vor Ort entsprechende detaillierte Informationen erhalten.

 

 

Einladung und Programm (pdf)

 

PRÄSENTATIONEN:

Christiane Ingerele, FFG (pdf)

Sabine Scherbaum, Fraunhofer-Einrichtung für modulare
Festkörpertechnologien
(pdf)

Anja Karlsson, Österreichisches Forschungsinstitut
für Chemie und Technik
(ppt)

Gerhard Sprung, FH JOANNEUM Gesellschaft mbH (pdf)

Vasiliki-Maria Archodoulaki, Technische Universität Wien (pdf)

 

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BERICHT: 28. FEMtech Netzwerktreffen

Im Anschluss an die erfolgreiche Abschlussveranstaltung des FEMtech Karrierewege Projekts ,,WOMAN" trafen sich am 6. Juli 2010 rund 50 TeilnehmerInnen in Klagenfurt und informierten sich zum Thema Mentoring.

 

 

Bereits bei der Abschlussveranstaltung des Projektes ,,WOMAN" bestätigten die teilnehmenden Studentinnen den erhaltenen Mehrwert durch das Mentoringprogramm im Rahmen des Projekts. Hier konnten individuelle Themen angesprochen werden, die sonst nirgends im Programm Platz fanden. Beim anschließenden Netzwerktreffen wurde das Karriere- und Personalentwicklungsinstrument Mentoring nochmals genauer unter die Lupe genommen.

 

Nach einführenden Worten der Gastgeberin Gertraud Oberzaucher (bmvit) informierte Nicole Schaffer vom FEMtech kompetenzzentrum über die Fördermöglichkeiten bei FEMtech. Darauf folgte ein Impulsreferat von Sabrina Schütz-Oberänder zum Thema ,,Mentoring als erfolgreicher Wegbegleiter". Die Geschäftsführerin der Entwicklungsagentur Kärnten, die bereits Erfahrungen als Mentée und Mentorin sammeln konnte, betonte die Wichtigkeit der klaren Zielsetzung für den Erfolg von Mentoring. Das betrifft vor allem die Inhalte sowie die Dauer der Mentoringbeziehung.

 

Im Anschluss daran brachten ehemalige MentorInnen und Mentées ihre persönlichen Erfahrungen ein und Ursula Liebhard vom Business Frauen Center Kärnten berichtete über den Prozess, Mentoringpaare zu matchen und während der gesamten Zeit zu begleiten. Demnach ist erfolgreiches Matchen bei Mentoringprogrammen ein wohl überlegter, aufwendiger Prozess. Das Business Frauen Center führt dazu Einzelgespräche mit den Beteiligten und erfragt dabei die jeweiligen Anforderungen und Wünsche. Darauf folgen ein detailliertes Screening der Lebensläufe und eine Einschätzung der Personen auf individueller Ebene.

 

Die meisten Podiumsgäste beurteilten Mentoring in ihren Erfahrungsberichten durchwegs positiv und sind bzw. waren bis weit über die Projektlaufzeit mit ihren MentorInnen und/oder Mentées in Kontakt, teilweise beruflich aber auch privat. Alle sind sich darüber einig, dass ein Mix von elektronischer Kommunikation und Face-to-face-Treffen ca. einmal monatlich sehr erfolgsversprechend für die Mentoringbeziehung ist. Bei der abschließenden sehr angeregten Diskussion mit den TeilnehmerInnen wurde das Resumée gezogen, dass der Mentoring-Prozess ein Geben und ein Nehmen für MentorInnen und Mentées bedeutet und schlussendlich zu einer Weiterentwicklung von beiden führt.

 

Darauf folgte Networking am Buffet, wo ausgiebig weiterdiskutiert wurde und sich die TeilnehmerInnen über die Maßnahmen von FEMtech informierten.

 

Einladung und Programm (pdf)

 

"WOMAN" Abschlussbericht (pdf)

 

PRÄSENTATION:

Sabrina Schütz-Oberländer, Geschäftsführerin Entwicklungsagentur Kärnten (pdf)

 

 

BERICHT: 27. FEMtech Netzwerktreffen

Bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen trafen sich am 28. Juni 2010 rund 100 TeilnehmerInnen zum mittlerweile bereits 27. FEMtech Netzwerktreffen und übten sich in ,,aktiver Vernetzung".

 

Nach einführenden Worten der Gastgeberin Gertraud Oberzaucher (BMVIT) informierte die von Beatrix Hausner (FEMtech kompetenzzentrum, ÖGUT) anmoderierte Kommunikationsberaterin Ursula Lengauer über die verschiedenen Formen von Beziehungsebenen, sowie die Unterschiede von Frauen- und Männernetzwerken.

 

Im Anschluss konnte das Gehörte im Rahmen eines ,,Social Capital Cafés" diskutiert werden. Diese Form des Netzwerkens lehnt sich zwar an das Konzept des ,,Speed datings" an, gibt aber im Unterschied dazu gleichzeitig eine konkrete Diskussionsgrundlage vor. An mehreren Tischen saßen sogenannte ,,GastgeberInnen" bereit, die gemeinsam mit jeweils bis zu acht NetzwerkerInnen gezielte Fragen, wie etwa ,,Wie kann eine Frau aus flüchtigen Kontakten nachhaltige Beziehungen entwickeln?", oder ,,Wie können Kontakte gepflegt werden, die emotional belastet sind?" diskutierten. Nach ein paar Minuten ertönte - wie beim Speed dating - eine Glocke, und die TeilnehmerInnen wechselten die Tische und somit die zu diskutierende Fragestellung.

 

Insgesamt wurden sieben spannende Thesen behandelt. Dass dennoch keine hitzige Workshopatmosphäre aufkam, war durchaus gewünscht und auch Ziel dieses Abends. Denn nicht Ergebnisorientierung stand im Vordergrund, sondern zwangloses Netzwerken und sommerliches get together. Dass dies optimal gelungen ist, bewiesen die zahlreichen follow-up-Gesprächsrunden, die im Anschluss an das ,,Social Capital Café" während des Abendbuffets im Garten des Hotels entstanden sind.

 

 

Einladung und Programm

 

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HANDOUT:

Social Capital Café, Ursula Lengauer (pdf)

BERICHT: 26. FEMtech Netzwerktreffen

Warum Frauen höher qualifiziert sind und Männer trotzdem mehr verdienen

 

Der naturwissenschaftlich-technische F&E-Bereich ist nicht nur ein expandierender Sektor, sondern bietet für Frauen ein vergleichsweise hohes Lohnniveau: Während der Einkommensdurchschnitt aller Beschäftigungsbereiche bei rund 23.000.- im Jahr liegt, kann man hier mehr als 50.000.- verdienen.

 

Die vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und von ,,Synthesis" durchgeführte FEMtech-Studie ,,Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern im Bereich Forschung und Entwicklung - Ausmaß und Ursachen der Einkommensungleichheit", die beim Netzwerktreffen erstmalig präsentiert wurde, zeigt die Einkommenssituation von Frauen und Männern, die im Bereich Forschung und Entwicklung auf naturwissenschaftlich-technisch orientierten Arbeitsplätzen beschäftigt sind, auf und liefert Daten, die es erlauben, die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern zu quantifizieren und Einflussfaktoren transparent zu machen.

 

,,Die insgesamt sehr vorteilhafte Einkommenssituation betrifft aber nicht alle Personen im gleichen Ausmaß: Frauen erzielen im Jahr um rund 29,7 Prozent weniger Einkommen als Männer", so Petra Gregoritsch von Synthesis Forschung. Dabei spielen die geringeren Wochenarbeitszeiten der Frauen nur bedingt eine Rolle. Auch vollzeitbeschäftigte Frauen hinken um 22 Prozent mit ihrem Monatseinkommen dem ihrer männlichen Kollegen hinterher.

 

Für das Aufgehen der Einkommensschere zwischen den Geschlechtern sind, so das Studienergebnis, mehrere Faktoren verantwortlich. ,,Den größten Einfluss auf die Einkommensdiskrepanz hat der Startnachteil der Frauen beim beruflichen Einstieg", so Gregoritsch. Fast drei Viertel der Einkommensdifferenz sind darauf zurückzuführen, dass Frauen bereits mit einem niedrigeren Einkommen als Männer ihr Berufsleben beginnen. ,,Die Berufsstartphase bietet daher einen der größten Hebelpunkte zur Verringerung der Einkommensungleichheit."

 

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten ExpertInnen über geschlechtsbedingte Einkommensunterschiede und über mögliche Maßnahmen, die Situation zu Gunsten von Frauen zu verändern. ,,Wenn die Gehälter in Österreich transparenter wären, hätten Frauen einen Referenzwert bei Gehaltsverhandlungen", entgegnete Helmut Mahringer vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung, dem Einwand, dass Frauen (vor allem) beim Berufseinstieg ein geringeres Gehalt erwarten und verlangen als Männer.

 

Eine generelle prozentuelle Lohnerhöhung für Frauen hält Rudolf Lichtmannegger, Wirtschaftskammer Österreich, nicht für sinnvoll. Man solle eher bei jedem neuen Beschäftigungsverhältnis ansetzen, um so die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen langfristig zu schließen.

 

Julian Mauhart, Deloitte Consultung GmbH, verwies darauf, dass Unternehmen Entlohnung bzw. Aufstiegsmöglichkeiten in ihren Betrieben verstärkt strukturieren sollten, denn ,,je strukturierter die Entlohnung ist, umso geringer sind die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern, je strukturierter die Aufstiegschancen, desto planbarer sind Karrieren für Frauen."

 

Eine Forcierung der Einkommenstransparenz bzw. diskriminierungsfreie Arbeitsplatzbewertungen forderte Nicole Schaffer, Joanneum Research - FEMtech kompetenzzentrum. Um die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern zu Gunsten der Frauen zu verändern, seien dabei auch gesetzliche Regellungen bzw. entsprechende Sanktionen nicht auszuschließen.

 

Beim anschließenden Networking am Buffet diskutierten die TeilnehmerInnen angeregt über das Ergebnis der Studie, die Einkommensungleichheit in Österreich und die Effizienz möglicher Lösungsansätze.

 

Einladung und Programm

 

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BERICHT: 25. FEMtech Netzwerktreffen

Gezielte Nachwuchsförderung für den NAWITECH Bereich

Wirtschaft und Industrie brauchen qualifizierte technisch-naturwissenschaftliche MitarbeiterInnen. Dieser Bedarf kann nur gedeckt werden, wenn eine gezielte Nachwuchsförderung im Hinblick auf die Studienwahl und den Einstieg in die Berufswelt stattfindet.

 

Das 25. FEMtech Netzwerktreffen vom 18. Jänner 2010 in Wien thematisierte die Herausforderungen, die bei der technisch-naturwissenschaftlichen Nachwuchsförderung zu bewältigen sind. Yves Jeanrenaud präsentierte in seinem Impulsreferat die Studie ,,Spurensuche" der Technischen Universität München, die am Beispiel der neun führenden deutschen technischen Universitäten untersuchte, mit welcher Motivation und Selbsteinschätzung Studienentscheidungen getroffen werden und warum Frauen und Männer ihr Studium abbrechen oder die Studienrichtung ändern.

 

Im Rahmen der Untersuchung zeigte sich, dass junge Männer sich besser durch die Schule auf das Studium vorbereitet fühlen als junge Frauen. Studentinnen in mathematisch-technischen Studiengängen sind zwar sozial integriert, es mangelt aber an professioneller Integration bzw. Karriereförderung. Unabhängig von den erbrachten Leistungen ist die Selbsteinschätzung von Frauen durchgängig und ausnahmslos schlechter als die der Männer. Studentinnen beschäftigen sich daher auch eher mit dem Gedanken (und auch dessen Realisierung) ihr Studium abzubrechen.

 

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion stellten ExpertInnen ihre Konzepte zur Vermittlung von Forschung bei SchülerInnen bzw. Initiativen der Förderung von Karrieren technisch-naturwissenschaftlicher Studentinnen vor und beleuchteten die Herausforderungen, die bei der Nachwuchsförderung zu bewältigen sind.

 

Roland Fischer, TU Graz, verwies auf das FEMtech Karrierewege Projekt ,,ErFIndERInnen", bei dem ausgewählte Studentinnen durch Qualifizierungsmodule gezielt gefördert und auf ihre spätere Karriere in Industrie und Technik vorbereitet werden.

 

An Medienformaten, die sich mit der Kommunikation, Diskussion und Verbreitung komplexerer Fragestellungen im Bereich von Wissenschaft und Technologien für jugendliche Zielgruppen beschäftigen, mangelt es immer noch. Die wenigen bestehenden Formate sind zudem männlich dominiert. So werden nicht nur Klischeevorstellungen weiter transportiert, sondern auch neue Sichtweisen auf aktuelle Fragestellungen neuer Technologien behindert.

 

Im Forschungsvorhaben ,,NeVisET", vorgestellt von Hannes Raffaseder, Fachhochschule St. Pölten, wird zunächst in ausgewählten audiovisuellen Medienformaten zur Wissenschafts- und Technologiekommunikation für jugendliche Zielgruppen unter besonderer Berücksichtigung von Genderaspekten recherchiert, analysiert, kategorisiert und evaluiert. Anschließend werden drei Pilotsendungen prototypisch produziert.

 

Die Kommunikationsinitiative ,,fti...remixed" des bmvit, vorgestellt von Silvia Vertetics, führt Themen aus Forschung, Technologie und Innovation an Jugendliche heran und kombiniert dazu Web2.0 Anwendungen mit fti-Dialogen. Jugendliche sind zum Mitmachen an der Gestaltung von Forschung, Technologie und Innovation eingeladen, indem sie selber fti-Inhalte finden, vorschlagen und im Web generieren. Vertetics: ,,Den Jugendlichen macht dieses Projekt Spaß und sie merken, dass die Dinge, mit denen sie sich beschäftigen, auch im Alltag relevant sind."

 

Auch ,,generation innovation" ist eine Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit), hier gemeinsam mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur. ,,Gerneration innovation bietet SchülerInnen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr in den Sommermonaten die Möglichkeit ein einmonatiges qualifiziertes Praktikum bei forschungsnahen heimischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu absolvieren, um so erste Erfahrungen mit Forschung und Entwicklung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik zu sammeln", so Petra Wagner-Luptacik.

 

Anregungen und Fragen aus dem Publikum an die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zeigten, wie viel noch zu tun ist, damit Mädchen einen Zugang zu technisch-naturwissenschaftlichen Studien und Berufen finden bzw. sich ihnen die gleichen Karrierewege eröffnen wie ihren männlichen Mitstudenten.

 

Mit Networking am Buffet rundeten ReferentInnen und TeilnehmerInnen die gelungene Veranstaltung ab.

 

Einladung und Programm

 

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PRÄSENTATION:

 

Yves Jeanrenaud, TU München (pdf)

BERICHT: 24. FEMtech Netzwertreffen in Tirol

 

Beim 24. FEMtech Netzwerktreffen, das am 27. Oktober 2009 in Innsbruck in Kooperation mit der Tiroler Zukunftsstiftung stattfand, wurden zwei Vorzeigeprojekte aus Tirol von ,,FEMtech Karriere" vorgestellt. Die Veranstaltung bot dem anwesenden, äußerst interessierten Publikum einen guten Überblick über die verschiedensten Maßnahmen zur Schaffung von Chancengleichheit im Unternehmen bzw. in Forschungseinrichtungen.

 

Johanna Bernhardt von der Tiroler Zukunftsstiftung betonte den bestehenden Handlungsbedarf in der Umsetzung. Sie sieht in der Schaffung von Chancengleichheit großes Potenzial und Chancen, die oft zu wenig von Unternehmen berücksichtigt werden.

 

Susanne Reither von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) weist darauf hin, dass ,,FEMtech Karriere" keine klassische Forschungs- oder Humanressourcenförderung ist, sondern ein Maßnahmenbündel für strukturelle Veränderungen im Sinne von Chancengleichheit.

 

Das Unternehmen Oroboros setzt zur Zeit eine Karriere-Förderung um, die von Andrea Gnaiger vorgestellt wurde. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Qualifizierung und dem Mentoring von Frauen. Die Ziele sind vielfältig: den Frauenanteil mit einer längerfristigen Bindung im Unternehmen steigern, die Frauen bei ihrer Karriere unterstützen, die Arbeitszufriedenheit des gesamten Teams unter Berücksichtigung der Work-Life-Balance erhöhen und die Teambildung in gemischtgeschlechtliche Teams steigern.

 

Cemit - Center of Excellence in Medicine and IT hat bereits eine Förderung umgesetzt mit dem Ziel, Frauen in der industriellen Forschung zu stärken und Frauen in Führungspositionen zu holen. Elisabeth Lukasser-Vogl berichtete über die guten Erfolge im Unternehmen. Das Genderbewußtsein wurde maßgeblich gesteigert und es gibt ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern. Für Frauen ist es möglich, auch in Teilzeitbeschäftigung eine Führungsposition auszuüben und die Einrichtung von Gleitzeiten und flexiblen Arbeitszeitmodellen wird von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr positiv bewertet.

 

Die FEMtech Expertin des Monats September 2008, Ingrid Kohl von Ionimed rundete die Veranstaltung mit ihrem Erfahrungsbericht ab. Sie erlebte als Frau in der Technik Diskriminierung vor allem dort, wenn man sie als junge Frau nicht einstellte, weil die Personalverantwortlichen befürchteten, sie könnte gleich schwanger werden und damit als Arbeitskraft für das Unternehmen ausfallen. Besonders wichtig für sie ist, jungen Mädchen als positives Role Model in den Medien zu zeigen, dass Frau in der Technik sehr erfolgreich sein kann und dort spannende Aufgaben warten.

Eine angeregte Diskussion und intensives Networking am Buffet rundeten die gelungene Veranstaltung ab.

 

Einen guten Überblick über die verschiedensten Maßnahmen, die in Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bereits umgesetzt wurden, bietet die soeben erschienene Broschüre ,,FEMtech Karriere. Innovative Ansätze zur Erhöhung von Chancengleichheit in F&E". Zwölf geförderte Projekte werden vorgestellt und Projektverantwortliche sowie Vertreterinnen und Vertreter der Geschäftsführung kommen zu Wort und geben einen guten Einblick in die Umsetzung und Praxis der Förderung.

 

Broschüre "FEMtech Karriere. Innovative Ansätze zur Erhöhung von Chancengleichheit."

 DOWNLOADS:


Einladung und Programm

PRÄSENTATIONEN:

Inge Schrattenecker_FEMtech kompetenzzentrum
Susanne Reither_FFG
Andrea Gnaiger_Oroboros
Elisabeth Lukasser-Vogl_Cemit
Ingrid Kohl_Ionimed

BERICHT: 23. FEMtech Netzwerktreffen

Beim 23. FEMtech Netzwerktreffen, das am 28.09.2009 im Tech Gate Vienna stattfand, wurden drei der derzeit sechs geförderten FEMtech FTI-Projekte zur zweiten Ausschreibung vorgestellt. Gleichzeitig fungierte das Treffen als Kick-off dieser FEMtech Förderlinie.

FEMtech FTI-Projekte zielen darauf ab, Forschungsinhalte um die Gender-Dimension zu erweitern, so Inge Schrattenecker vom FEMtech Kompetenzzentrum. ,,Die Gender-Dimension erhöht die Qualität und die Bedarfsgerechtigkeit von Lösungen, diversifiziert das Angebot und bringt neue Marktpotenziale." Die Gender-Dimension und -bezüge eines Forschungsthemas zu erkennen sei als Herausforderung zu betrachten, Erfolgsfaktoren seien bereits vorhandene Gender-Kompetenz und das Nutzen von einschlägigem Grundlagenwissen sowie Achtsamkeit, bestehende Rollenbilder nicht zu reproduzieren. Die aktuelle, zweite Ausschreibung ist noch bis 23. November 2009 für Einreichungen geöffnet.

,,Companions für Userinnen (C4U)"
heißt eines der von FEMtech geförderten FTI-Projekte, das von Brigitte Krenn, Österreichische Studiengesellschaft für Kybernetik, vorstellt wurde. Companions, virtuelle oder gegenständliche in Form von Robotern, sind sprachbasierte Helfer im Alltag, die als sprechende Kunstfigur am PC-Monitor oder als Serviceroboter zwischen der digitalen und der realen Welt vermitteln. Da wir in einer Welt der fortschreitenden Digitalisierung verschiedenster Lebensbereiche leben, brauchen wir ein besseres Verständnis davon, wie Frauen und Männer mit diesen virtuellen Begleitern umgehen, was sie von diesen Helferleins erwarten und wie sie diese wahrnehmen.

C4U möchte dazu beitragen, dass Genderaspekte bei der sozialen Akzeptanz kommunikativ agierender Companions berücksichtigt werden. Die Einbeziehung der Genderperspektive in die Technologieentwicklung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt unter Berücksichtigung technologiebedingter Effekte betrachtet Projektleiterin Brigitte Krenn als Herausforderung.

Beim zweiten geförderten Projekt, das vorgestellt wurde, geht es um die Modellierung geschlechterspezifischer Unterschiede bei der Entscheidungsfindung in der Qualitätssicherung. ,,Stimmt es mathematisch, dass bei der Qualitätssicherung in der Produktion Frauen besser sind?", so Christian Eitzinger, Profaktor GmbH, zur Leitfrage für das Projekt GenClass.

Die Endprüfung von Produktionsanlagen wird überwiegend von Frauen durchgeführt, da Frauen reproduzierbarer entscheiden. Die Überprüfung, ob diese Beobachtung mathematisch nachweisbar ist, neue Lernverfahren für automatische Prüfsysteme zu erbringen und die Untersuchung soziologischer Einflussfaktoren sind die Kernthemen von GenClass.

Das Projekt FEMroute wurde von Elisabeth Häusler, Salzburg Research ForschungsgesmbH, vorgestellt. Bei FEMroute geht es um die Berücksichtigung gender-spezifischer Bedürfnisse in mobilitätsunterstützenden Diensten mit den Zielen die Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Bereich der Routenplanung zu analysieren sowie ein BenutzerInnenmodell zur Erstellung gender-spezifischer Routenbeschreibungen zu entwickeln. Weiters sollen Geodaten mit gender-spezifischen Informationen angereichert und für entsprechende Aspekte in der Routenplanung sensibilisiert werden.

Projektleiterin Elisabeth Häusler: ,,Elektronische Routenplaner und Navigationssysteme, die für Frauen hergestellt werden, unterscheiden sich bisher lediglich in ihrem Design. Wissenschaftliche Studien bestätigen jedoch geschlechtsspezifische Unterschiede bei Orientierung und Wegfindungsstrategien, was sich auch in den Softwarelösungen widerspiegeln sollte." FEMroute will dazu die entsprechenden Grundlagen schaffen.

Beim anschließenden Networking am Buffet wurde angeregt über die vorgestellten Projekte und neue Projektideen mit Genderbezug weiterdiskutiert.

 

Einladung und Programm (pdf)

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Bitte beachten Sie den Fotocredit: annarauchenberger.com
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Präsentationen:


FEMtech FTI-Projekte_Inge Schrattenecker (pdf)
Companions für Userinnen_Brigitte Krenn (pdf)
GenClass_Christian Eitzinger (pdf)
FEMroute_Elisabeth Häusler (pdf)

BERICHT: 22. FEMtech Netzwerktreffen: SOMMERFEST

Das 22. FEMtech Netzwerktreffen stand ganz im Zeichen von ,,aktiver Vernetzung" und wurde von den BesucherInnen sehr gut angenommen.

Die neue SPÖ-Frauenchefin, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek eröffnete den Abend und freute sich bei ihrer Ansprache ganz besonders über diese kreative Version der Vernetzung. Ganz allgemein sieht die Frauenministerin im intensiven Networking eines der Schlüsselelemente ihrer Arbeit.

Gertraud Oberzaucher, FEMtech-Programmverantwortliche im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) folgte mit dieser Veranstaltung einem vielfachen Wunsch nach mehr Vernetzung, der von den Forscherinnen der rasant wachsenden FEMtech-Expertinnendatenbank immer wieder geäußert wurde.

Unter den zahlreichen Anwesenden fanden sich VertreterInnen aus Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft, 
wie zum Beispiel vom Austrian Institute of Technology (AIT), AGES, Affiris AG, Hilti Austria, T-Mobile, Ecoplus,  TU Wien, JOANNEUM RESEARCH, der FH Technikum Wien oder auch der Medizinischen Universität Wien.

,,Die Methode eignet sich besonders gut, um schnell, gezielt und vor allem sehr effizient zu netzwerken", betont Alexandra Ebner von zak!designs. Beim Power-Networking werden innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Kontaktgespräche mit allen Anwesenden geführt. In den vorgegebenen 60 Sekunden reduziert sich das Gespräch zwangsläufig auf die wichtigsten Fakten, bzw. werden die Koordinaten ausgetauscht, bevor es zum nächsten Tisch weitergeht.

Mehr Zeit hatten die Gäste dann im Rahmen des zwanglosen Networkings am Buffet. Die zahlreichen TeilnehmerInnen waren dermaßen begeistert von dieser Methode und den ausgezeichneten Kontakten, die sie knüpften, dass eine Wiederholung nächsten Sommer als Fixpunkt im FEMtech Kalender eingeplant wird.

Die Fotos zum Netzwerktreffen finden Sie HIER.
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Einladung und Programm
(pdf)

 

BERICHT: 21. FEMtech Netzwerktreffen

Muss Frau ein Mann sein, um Karriere zu machen?
Das 21. FEMtech Netzwerktreffen beschäftigte sich mit dem Thema ,,Frauenkarrieren in F&E".

Trotz gleicher Bildungsabschlüsse gelingt es Frauen bisher nicht, auf der Karriereleiter ebenso zu reüssieren wie ihre männlichen Kollegen. Wirtschaftlich schwierige Zeiten wie diese begünstigen   zusätzlich das Festhalten an alten Rollenmustern und binden Frauen wieder mehr an Heim und Herd, verweist Gertraud Oberzaucher vom FEMtech kompetenzzentrum anlässlich des 21. FEMtech Netzwerktreffens, dass am 20.04.2009 im Tech Gate Vienna stattfand, auf Einschätzungen der Frauenrechtsikone Alice Schwarzer.

Die Förderung der Karrierechancen von Frauen stellt eine wesentliche Zielsetzung der FEMtech Aktivitäten dar. Studien zeigen, dass an verschiedenen Stellen der Karriereleiter für Frauen spezifische Weichenstellungen erfolgen. Zudem zeigen sich auch dort, wo vergleichbare Karrierebedingungen für Frauen und Männer vorzufinden sind, Unterschiede. Das 21. Netzwerktreffen, moderiert von Karin Bauer, Der Standard, betrachtete die ,,Frauenkarrieren in Forschung und Entwicklung" genauer.

,,Das Wichtigste ist die Macht des Handelns zu bewahren, zu wissen, dass es sich bei Entscheidungen um Entscheidungsketten handelt, dafür zu sorgen, nicht in eine Sackgasse oder einen Hinterhalt zu geraten", rät Ingela Bruner, Altrektorin der Universität für Bodenkultur, Wissenschafterinnen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie unfair es sein kann, in ein Spiel zu geraten, in dem man die ,,Spielregeln auf einem unebenen Spielbrett" nicht kennt. Bei einer Ausschreibung müssen die Auswahlkriterien vorher festgelegt werden, damit auch Frauen die Chance haben, Führungspositionen zu erreichen und zu erhalten, fordert Ingela Bruner.

Helene Schiffbänker vom FEMtech kompetenzzentrum verwies in ihrem Vortrag zum Thema ,,Karrierebilder in der industriellen Forschung" darauf, dass Karrieren in Forschung und Entwicklung nach objektiven, aber auch nach subjektiven Kriterien als erfolgreich einzustufen sind. Ihrer Meinung nach dominieren subjektive Kriterien wie ,,Spaß an der Arbeit", ,,nicht immer dasselbe tun", eigenständig arbeiten", ,,Balance zwischen Beruf, Familie und Freizeit" oder ,,Aufstieg, Einkommen" gegenüber dem objektiven Karriereerfolg und sind aufgrund der negativen Erfahrungen von Frauen mit dem System relevanter.

,,Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen" ist das Fazit des Psychologen Guido Strunk vom Forschungsinstitut für Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie. Im Rahmen des WU-Projekts ViCaPP, bei dem die Einflussfaktoren auf Karrieren untersucht werden, zeigte sich, dass es für Frauen nicht reicht, gut zu sein. Untersuchungen an ,,virtuellen Zwillingen", Paaren aus Männern und Frauen, die sich in keiner anderen Hinsicht als ihrem biologischen Geschlecht voneinander unterscheiden, zeigen, dass Frauen im Verlauf von zehn Jahren trotz gleicher Ausgangssituation um mehr als EUR 71.000 weniger verdienen als Männer.

Der Frage nach den Ursachen für die Unterschiede zwischen akademischen Karrieren von Männern und Frauen ging Jutta Dalhoff, Leiterin des CEWS, nach. Das CEWS ist eine Einrichtung für Wissenschafterinnen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und politischen Gremien, das sich als nationaler Knotenpunkt zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Mannern in Wissenschaft und Forschung  in Deutschland etabliert hat. Jutta Dalhoff ortet Karriere-Barrieren für Frauen sowohl auf struktureller als auch auf internaler Ebene: Frauen werden zum Beispiel bei der Nachwuchsrekrutierung weniger ins Visier genommen als Männer, bei Leistungs- und Verfügbarkeitserwartungen schneiden sie schlechter ab, sie investieren weniger Zeit in Selbstpräsentation, Vorträge und Publikationen und ihre Berufsmotivation ist stark inhaltlich geprägt, während auf Position und Aufstieg weniger Wert gelegt wird.

Aspekte wie ,,Sind Frauen vielleicht zu sachorientiert?" oder Forderungen wie ,,Frauen brauchen mehr Machtkompetenz" wurden bei der anschließenden Podiumsdiskussion angesprochen und beim Networking am Buffet angeregt weiterdiskutiert.

Die Fotos zum Netzwerktreffen finden Sie HIER.
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Einladung und Programm (pdf)

Präsentationen:

Ingela Bruner (pdf)
Helene Schiffbänker (pdf)
Guido Strunk (pdf)
Jutta Dalhoff (pdf)

 

BERICHT: 20. Netzwerktreffen, Wien

FEMtech meets Fiction: Wissenschafterinnen im TV
Mittwoch, 03. Dezember 2008, 17:00 - 19:00 Uhr

 

Das 20. Netzwerktreffen beschäftigte sich mit den Fragen: Welche Chancen bieten Spielfilme und Serien, das Interesse junger Frauen an naturwissenschaftlich-technischen Berufen zu steigern und entsprechende Forschungsleistungen breiten Publikumsschichten näher zu bringen? Wie können Wissenschafterinnen im TV sichtbarer gemacht werden?

Nach der Begrüßung durch Gertraud Oberzaucher, BMVIT, stellte Hedwig Zehetner, Leiterin des ORF-Medienrates, fest, dass die Rollenbilder in Unterhaltungsserien aus Publikumssicht fortschrittlicher geworden sind. Allerdings seien die Veränderungen vorwiegend auf strukturelle Rahmenbedingungen beschränkt: Gezeigt werden zwar berufstätige und finanziell unabhängige Frauen, das individuelle Verhalten der Serienfiguren bleibe aber überwiegend konventionell - meist treffen Männer Entscheidungen, Frauen ordnen sich in Interaktionen eher unter.

Zuseher und Zuseherinnen, so die Ergebnisse einer Repräsentativbefragung des Fessel-Instituts von 2003 und der ORF-Publikumsratsstudie 2004, wünschen sich bei weiblichen Serienfiguren mehr Ausgewogenheit zwischen ,,männlichen" Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Schlagfertigkeit und ,,weiblichen" wie soziale Kompetenz, Mitgefühl, Attraktivität. Beim Anforderungsprofil an männliche Serienfiguren werden fast alle Serienhelden akzeptiert mit Ausnahme des fehlerlosen Superhelden, der kaum eine Möglichkeit zur Identifikation bietet.

,,Allmählich arbeiten auch vereinzelt Wissenschafterinnen in geheimen Labors, an zweifelhaften Projekten, an der Zerstörung der Welt", so die Wiener Mediensoziologin Eva Flicker im Rahmen ihres Referates. Treten Frauen als Wissenschafterinnen in Spielfilmen auf, so vordergründig geschlechtsneutral, abhängig vom männlichen System und meist in der Form, dass Wissenschaft ihr einziger Lebensmittelpunkt ist.  Beruf und Erotik sind nur sehr schwer miteinander zu verbinden - weibliche Wissenschafterinnen in Spielfilmen haben zudem keine Kinder. Flicker: ,,Filmwissenschafterinnen sind brauchbare Figuren um ambivalente Themen zu transportieren: unklare Zukunft, Verhältnis Natur-Mensch-Technik, Isolation-Weltall, Außerirdisches Leben, Gefühle/Ängste, Intuition..."

Marion Esch, Ferntec. Hochschulkarrierezentrum für Frauen Berlin GmbH, stellte das Projekt ,,MINTIFF: Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften und Chancengleichheit im Fiction-Format" vor. Obwohl es in kaum einem anderen Berufsfeld so viele Chancen gebe, im interdisziplinären Team Zukunft zu gestalten, haben MINT-Berufe, so Esch ,,ein ,uncooles Image und gelten als anspruchvoll, unkreativ, unkommunikativ und als Männerdomäne". Weiters seien technisch-naturwissenschaftliche Berufe wenig passfähig zu Wünschen, Werten und dem Selbstbild junger Frauen.

Zu den Zielen des Projekts MINTIFF gehören u.a. die Erkundung des Potenzials von Fernsehserien und -filmen für die Popolarisierung von MINT-Berufen, das Eröffnen von Dialogmöglichkeiten für die MINT-Welt und die Fernsehwelt, die Verbesserung der Wissensgrundlagen zum Einfluss der Medien auf die Berufspräferenzen und die Studie- und Berufswahl, das Suchen nach interessanten und relevanten Themen, Geschichten und Figuren aus Sicht der MINT-Forschungswelt bzw. Inspiration und Anreize für innovative Stoffentwicklungen in Form von Events, Workshops, Treatmentförderungen zu bieten.

Networking am Buffet und eine Preisverlosung mit einem Paar Damenskier ATOMIC Cloud 7 als Hauptpreis ließen das 20. Netzwerktreffen vorweihnachtlich ausklingen.

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