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Frauen in Forschung & Technologie
Wissen

Glossar

Im Glossar finden Sie Erläuterungen und ergänzende Informationen zu zentralen Begrifflichkeiten, die auf der FEMtech Webseite verwendet werden. Diese Begrifflichkeiten stehen in einem engen Naheverhältnis zu der Idee und Vision von FEMtech und werden laufend ergänzt bzw. aktuellen Entwicklungen angepasst:

Formal sollen die Zugangshindernisse zu Bildung, Arbeit etc. abgebaut werden, um allen Personen die gleichen Ausgangsbedingungen zu ermöglichen. Es handelt sich hier um das Ändern von Rahmenbedingungen.

Weitreichender und auch im Kontext von FEMtech zu verstehen ist eine substanzielle Chancengleichheit. Diese ergänzt die formale Chancengleichheit so weit, dass nicht nur die Ausgangsbedingungen gleich sind, sondern auch vergleichbare Erfolgschancen aller Gruppen vorzufinden sind. Dieser Ausgleich der Erfolgschancen und damit die Förderung der Chancengleichheit kann beispielsweise durch gezielte Förderung von Männern oder Frauen erfolgen. (vgl. Pimminger et.al. 2009, S.4 f)

Quelle: Endbericht "Evaluierung des Programms FEMtech", S. 14

Geht davon aus, dass Menschen unterschiedlich sind und vor dem Gesetz gleich sind. Diese Unterschiede umfassen: Geschlecht, Alter, soziokulturelle Herkunft, Religion/Weltanschauung, psychische und physische Fähigkeiten, sexuelle Orientierung.

Quelle: Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) Artikel 7 (1)

In Einkommensberichten im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes müssen Unternehmen offenlegen, wie viele Frauen und Männer jeweils in einer kollektivvertraglichen Verwendungsgruppe eingestuft sind. Ferner ist auch das (arbeitszeitbereinigte) Durchschnittseinkommen von Frauen und Männern in den jeweiligen Gruppen bekannt zu geben.

Quelle: WKO, https://www.wko.at/Content.Node/branchen/k/Einkommensbericht_fuer_Untern...

Zusätzlich zu etablierten finanziellen Kennzahlen in Geschäftsberichten müssen Unternehmen von öffentlichem Interesse“ mit mehr als 500 Mitarbeitern und 40 Millionen Euro Umsatz Informationen über Strategien, Risiken und Ergebnisse in Bezug auf Umweltbelange, soziale und Mitarbeiter-bezogene Aspekte, die Achtung der Menschenrechte, Anti-Korruption und Fragen im Zusammenhang mit Bestechlichkeit sowie die Achtung der Diversität in den Aufsichtsräten offenlegen Unter dem Begriff „Unternehmen von öffentlichem Interesse“ fallen insbesondere alle an einer Börse in der EU notierten Unternehmen.

Quelle: Infoblatt EU-Richtlinie plenum gmbh 2014

Frauenförderung liegt das Prinzip der positiven Diskriminierung zugrunde. Es werden Maßnahmen forciert, welche gezielt Frauen fördern und einen Ausgleich der bestehenden Benachteiligung von Frauen erwirken wollen, ohne ganzheitlichen Blick auf die Auswirkungen auf beide Geschlechter. Es werden hier keine Veränderungen der Rahmenbedingungen und Strukturen erwirkt. (vgl. Bergmann u. Pimminger 2004, S.21)

Quelle: Endbericht "Evaluierung des Programms FEMtech", S. 14

Gender Budgeting ist eine Anwendung von Gender Mainstreaming im Haushaltsprozess. Es beinhaltet eine geschlechtsbasierte Bestandsaufnahme der Haushalte, die eine Genderperspektive auf allen Ebenen des Haushaltsprozesses einschließt und die Einnahmen und Ausgaben so umverteilt, um die Geschlechtergleichstellung zu fördern.

Quelle: Europäischer Rat 2003 (Advisory Commitee on Equal Opportunities for Women and Men)

Rahmenbedingungen in Unternehmen, bei Entscheidungen und Planung etc. sind so gestaltet, dass die Bedürfnisse und Ansprüche beider Geschlechter berücksichtigt werden. Es werden mögliche Auswirkungen auf Männer und Frauen bewusst wahrgenommen und berücksichtigt. Dies unterstützt bei der Förderung der geschlechtlichen Gleichstellung und zeigt Lücken und Brennpunkte auf, welche einer spezifischen Förderung für Frauen oder Männer bedürfen.

Quelle: Endbericht "Evaluierung des Programms FEMtech", S. 14

Der EU-Strukturindikator Gender Pay Gap bezieht sich auf die Daten der Verdienststrukturerhebung und wird von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, nach harmonisierten Standards für alle EU-Mitgliedstaaten publiziert. Das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle bezeichnet den Unterschied zwischen den durchschnittlichen Brutto-Stundenverdiensten der männlichen und der weiblichen Beschäftigten in Prozent der durchschnittlichen Brutto-Stundenverdienste der männlichen Beschäftigten. Die Grundgesamtheit umfasst alle Beschäftigten in Unternehmen mit 10 Beschäftigten und mehr in der Privatwirtschaft.

Quelle: Eurostat, http://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Gender_pay_g...

Vermeidung von direkter oder indirekter Diskriminierung von Menschen in allen Lebensbereichen.

Quelle: Ursprung im Gleichbehandlungsgesetz 1979, Teil 1, § 2

Formale Rechte in einem Rechtssystem. (Es ist unzulässig unterschiedliche Rechtsfolgen ausschließlich an die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht zu knüpfen.)

Alle StaatsbürgerInnen sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen.

Quelle: Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) Artikel 7 (1)

Tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung, die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann. Maßnahmen zur Förderung der faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern. Beseitigung tatsächlich bestehender Ungleichheiten.

Quelle: Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) Artikel 13 (3) bzw. Artikel 51 (8)