Kinofilme und Fernsehen sind eine Möglichkeit, Einblicke in Berufswelten zu geben, die der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind. Dort werden Personen in ihrem beruflichen wie privaten Umfeld gezeigt, somit Rollenbilder vermittelt und Berufswirklichkeiten transportiert.
Werden Wissenschafterinnen oder Ingenieurinnen porträtiert, so prägt diese Wahrnehmung das Bild der Zuschauer von Forschung und Entwicklung (F&E). Damit wird - zumindest indirekt - die Attraktivität von Berufen beeinflusst. Die mediale Darstellung von Berufsbildern kann in der Folge Einfluss auf die Berufwahl haben.
FEMtech greift dieses Thema auf, informiert darüber und setzt konkrete Aktivitäten:
FEMtech-Sonderpreis zum BMWF-Drehbuchwettbewerb
Als Nachfolgeprojekt zur Filmschau "Wissenschafterinnen im Film" initiierte das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) den BMWF-Drehbuchwettbewerb. Dabei stiftet das BMWF in Zusammenarbeit mit dem Drehbuchforum ein Stipendium zur Erstellung eines Drehbuchs für einen Spielfilm (TV oder Kino) mit einer Wissenschafterin in zentraler Rolle.
Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) beteiligt sich dabei mit dem FEMtech-Sonderpreis für ein Drehbuch mit einer Technikerin in zentraler Spielfilmrolle. Das Drehbuchforum unterstützt diesen Sonderpreis in Form von dramaturgischer Beratung und Stoffentwicklung.
Ziel beider Stipendien ist, Wissenschafterinnen und Technikerinnen (insbesondere deren Berufswelten) sichtbarer zu machen und damit Informationsquellen für die Berufs- und Karriereplanung junger Frauen zur Verfügung zu stellen und Hemmschwellen abzubauen.
Unter "Technikerin" fallen Frauen, die in der Entwicklung innovativer Produkte und/oder Anwendungen tätig sind, innovative Technologien anwenden, im technischen Projekt- oder Qualtitätsmanagement tätig sind und/oder in einer leitenden Position im technischen Bereich arbeiten.
Die Entscheidung zum FEMtech-Sonderpreis ist gefallen:
Der FEMtech-Sonderpreis in Höhe von 6.000 EUR sowie 2.500.- EUR (dramaturgische Beratung) geht an Ulrike Schweiger und den CO-Autor Nikolai Kanow für ihr Projekt „Luna 3“, der auf Tatsachen beruhenden Lebensgeschichte einer russischen Pionierin der Fernsehentwicklung: Die der Allgemeinheit unbekannte visionäre Forscherin verwirklicht ihren Traum, die Rückseite des Mondes medial darzustellen.
Der Frauenanteil in Forschung und Entwicklung ist nach wie vor gering. Nur eine von vier forschenden Personen in Österreich ist eine Frau. Kinofilme und Fernsehserien sind eine Möglichkeit, Einblicke in die Berufswelt von Wissenschaft und Technik zu geben, Rollenbilder zu vermitteln und Berufswirklichkeiten zu transportieren. Werden Wissenschafter und/oder Wissenschafterinnen sowie Techniker und/oder Technikerinnen porträtiert, so prägt diese Wahrnehmung das Bild der Zusehenden von Forschung und Entwicklung und kann so einen –zumindest indirekten – Einfluss auf die Attraktivität von Berufen und in der Folge auf die Berufswahl von Mädchen und Frauen haben.
Detaillierte Informationen zum BMWF-Drehbuchwettbewerb finden Sie unter: http://www.drehbuchforum.at
Ansprechperson für den FEMtech-Sonderpreis "Technikerin im Film":
Beatrix Hausner
FEMtech kompetenzzentrum
+43 1 315 63 93-14
beatrix-hausner(at)oegut.at
genderDiskurs 01: Mehr Frauen durch Fiction-Formate?
Informationen rund um das Thema bietet genderDiskurs 01. Dieses leicht lesbare Format von FEMtech geht der Frage nach, welchen Beitrag die Darstellung von Wissenschafterinnen in Film und Fernsehen leisten kann, damit sich mehr Frauen und Mädchen für dieses Berufsfeld begeistern, da der reale Frauenanteil im F&E-Feld nach wie vor sehr gering ist.
Betrachtet werden nationale und internationale Aktivitäten und Initiativen, der Stand der Forschung sowie die Beschäftigungssituation inklusive des Frauenanteils in Film und Fernsehen in Österreich. Zudem finden Sie interessante Filmtipps zu Wissenschafterinnen im Film und entsprechende Literaturhinweise.
FEMtech Netzwerktreffen

- v.l.n.r.: Eva Flicker, Monika Haselbacher, Marion Esch, Gertraud Oberzaucher, Hedwig Zehetner, Karin Bauer
Das 20. FEMtech Netzwerktreffen vom 03. Dezember 2008 stand unter dem Motto: FEMtech meets Fiction: Wissenschafterinnen im TV.
Journalistische Wissensendungen im Fernsehen werden heute zur besten Sendezeit ausgestrahlt und finden interessierte ZuseherInnen bei Jung und Alt. Die Berufswelt von Wissenschafterinnen, insbesondere Naturwissenschafterinnen oder Ingenieurinnen findet in dieser fiktionalen Welt deutschsprachiger Fernseh-Spielfilme, -Serien und -Soaps jedoch kaum Berücksichtigung.
Im Gegensatz dazu machen US-amerikanische Serien wie CSI deutlich, dass sich in naturwissenschaftlichen und technischen Berufsmilieus spannende Geschichten und charismatische Figuren platzieren lassen. Dort hat die Verbrechensaufklärung durch technisch versierte Spezialistinnen dazu geführt, dass junge Frauen vermehrt entsprechende Studienfächer belegen und Ausbildungen anstreben. Daraus lassen sich für Österreich spannende Ansatzpunkte ableiten.
Das Netzwerktreffen beschäftigte sich mit den Fragen: Welche Chancen bieten Spielfilme und Serien, das Interesse junger Frauen an naturwissenschaftlich-technischen Berufen zu steigern und entsprechende Forschungsleistungen breiten Publikumsschichten näher zu bringen? Wie können Wissenschafterinnen im TV sichtbarer gemacht werden?
Die Antworten dazu sowie sämtliche Präsentationen der Vortragenden finden Sie HIER.



