Prävention und Gender

Ziel der multizentrischen Studie ist es, die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Bereich des Vorsorgeverhaltens und des Wissens über die Risikofaktoren, die eine koronare Herzkrankheit bedingen, aufzuzeigen. Auf Basis einer Befragung von insgesamt 5000 Frauen und 5000 Männern soll eine Datenbank bezüglich des Wissens über die kardiovaskulären Risikofaktoren, die Prävention und Barrieren zur Herzgesundheit angelegt werden. Diese Datenbank dient in weiterer Folge dazu, ein neues Präventionsprogramm für Frauen und Männer zu konzipieren, welches gezielt versucht die derzeit bestehenden Barrieren zur Herzgesundheit abzubauen und geschlechtsspezifisch auf das Wissen und das Präventionsverhalten einzugehen. Geplant ist weiters die Entwicklung einer App, die eine individuelle und gendersensitive Berechnung des kardiovaskulären Risikos erlaubt.

Prävention und Gender

Bewusstsein kardiovaskulärer Risikofaktoren, Prävention und Barrieren zur Herzgesundheit bei Frauen und Männern in Österreich: Gender Aspekte

Beteiligte Organisationen

Medizinische Universität Wien (Projektkoordination), Wiener Gebietskrankenkasse WGKK, niederösterreichische Gebietskrankenkasse NÖGKK, Uniqa

Laufzeit

Juni 2011 – Mai 2014

Projektleiterin

Ao. Univ. Prof.in Dr.in Jeanette Strametz-Juranek
jeanette.strametz-juranek@meduniwien.ac.at

Homepage

---

Ziel des Projekts

Ziel der multizentrischen Studie ist es, die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Bereich des Vorsorgeverhaltens und des Wissens über die Risikofaktoren, die eine koronare Herzkrankheit bedingen, aufzuzeigen. Auf Basis einer Befragung von insgesamt 5000 Frauen und 5000 Männern soll eine Datenbank bezüglich des Wissens über die kardiovaskulären Risikofaktoren, die Prävention und Barrieren zur Herzgesundheit angelegt werden. Diese Datenbank dient in weiterer Folge dazu, ein neues Präventionsprogramm für Frauen und Männer zu konzipieren, welches gezielt versucht die derzeit bestehenden Barrieren zur Herzgesundheit abzubauen und geschlechtsspezifisch auf das Wissen und das Präventionsverhalten einzugehen. Geplant ist weiters die Entwicklung einer App, die eine individuelle und gendersensitive Berechnung des kardiovaskulären Risikos erlaubt.

Fragestellungen

  • Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es im Bereich des Vorsorgeverhaltens und des Wissens über die Risikofaktoren die eine koronare Herzkrankheit bedingen?
  • Welche Barrieren zur Herzgesundheit in Österreich bestehen?

Hintergrund des Projekts

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die Haupttodesursache in industrialisierten Ländern und damit auch in Österreich. Vor dem 55. Lebensjahr betrifft die KHK vorwiegend Männer, während postmenopausal das Risiko für Frauen deutlich zunimmt. Frauen erkranken später an einer KHK, da sie bis zur Menopause durch die endogene Östrogenproduktion weitgehend besser geschützt sind. Hinzu kommt, dass Frauen oftmals nicht die typischen Symptome einer KHK aufweisen, was die Diagnostik zusätzlich erschwert. 2009 wurde eine Pilotstudie durchgeführt, welche 250 Frauen und 250 Männer umfasste und geschlechtsspezifische Wissensdefizite über kardiovaskuläre Risikofaktoren zeigt. Frauen unterschätzen mehrheitlich ihr individuelles Risiko, während Männer ihr Risiko richtig wahrnehmen. Personen, die weniger über die Erkrankung und ihre Risikofaktoren wissen, betreiben auch weniger Vorsorge.

Geschlechter-/Gender-Konzeption

Das Projekt fokussiert auf die Unterschiede in der Risikowahrnehmung und in der Vorsorge im Zusammenhang mit Herzkreislauferkrankungen zwischen Frauen und Männern.

Ergebnisse

Es wurden insgesamt 6417 Frauen und Männer (u.a. in Kooperation mit Bundesheer, NÖGKK, Coca Cola online Fragebogen, etc.) in unterschiedlichen Bereichen befragt. Die Ergebnisse bestätigen jene der Pilotstudie: Frauen und Männer kennen die Risikofaktoren, die eine KHK bedingen zu wenig und unterschätzen in großem Ausmaß ihr eigenes kardiovaskuläres Risiko. Vor allem der Diabetes Mellitus II wurde von nur knapp 30% als Risikofaktor erkannt. Dieses Wissen war unabhängig vom Bildungsgrad, jedoch erkannten gerade die unter 40-jährigen signifikant weniger Risikofaktoren als die über 40-jährigen. Vor allem Frauen schätzten ihr Risiko signifikant niedriger ein als Männer. Ein weiterer Aspekt war die Stadt/Land Verteilung. Jene Frauen und Männer, die am Land wohnen konnten sich signifikant häufiger richtig einschätzen als jene in der Stadt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Herzkreislauferkrankungen in der Wahrnehmung „Männerkrankheiten“ sind. Auch der Diabetes Mellitus als Risikofaktor wird von Frauen und Männern unabhängig von dem Bildungsniveau massiv unterschätzt. Vor allem Frauen unterschätzen ihr tatsächliches Herzkreislaufrisiko und diese fehlende Risikowahrnehmung ist neben den Schwierigkeiten den Lebensstil zu ändern die Hauptbarriere zur Herzgesundheit in Österreich. Daher muss in Zukunft vermehrt über das persönliche Risiko ebenso wie über die Risikofaktoren aufgeklärt werden. Dies ist sicherlich effizienter als eine ungerichtete Motivation zur KHK Vorsorge.

Es wurde ein Herzrisikokalkulator als App für IPhones entwickelt. Die Erstellung und Programmierung der App erfolgte auf den wissenschaftlichen Daten der American Heart Association und bietet damit die Möglichkeit für Männer und Frauen ihr eigenes individuelles Herz-Kreislauf-Risiko zu berechnen.

Dissemination der Ergebnisse

Drei Diplomarbeiten wurden im Rahmen des Projekts geschrieben. Frau Haidinger war als Doktorandin am Projekt beteiligt.

Vorträge

08.09.2012 Bgld. Ärztekammer, Bad Sauerbrunn

20.09.2012 Verband der österr. Akademikerinnen, Wien

09.11.2012 Österreichische Urologen, Linz

09.11.2012 Messe „Für Sie“ in St. Pölten, Veranstalter NÖ AK

10.11.2012 Vortrag, „Angst und Macht“, Jahrestagung der Organisation der Ärztinnen Österreichs, Hotel Park Royal Palace Vienna

12.11.2012 Pressekonferenz: „Frauenherzen schlagen anders“, Cafe Landtmann

22.11.2012 ZGH Symposium, „Frauenherzen schlagen anders“, Hotel Flemings Deluxe

24.11.2012 „Gender und Frauenmedizin“, FH Krems

19.01.2013 Golf_HAK Stegersbach – Vorstellung des Projekts beim Schulleiter

21.01.2013 Vortrag in Linz/VOEST

26.01.2013 Burgenländische Ärztekammer – Vortag ZGH in Eisenstadt

20.03.2013 Pressegespräch mit Landesrat Reza

Kooperation NÖ-Apothekerkammer:

02.04.2013 Schlosshotel Weikersdorf in Baden – Vortrag JSJ

03.04.2013 Öhlknechthof in Horn

04.04.2013 Hotel Metropol in Sankt Pölten

11.04.2013 Exel-Hotel in Amstetten – Vortrag JSJ

13.04.2013 Vortrag in Laxenburg

19.04.2013 Frauenherzen schlagen anders – Präsentation am Wiener Schmerztag von 13:20 – 13:40 im Wiener Rathaus

Konferenzen

19.04.2013 ÖGGSM-Jahrestagung in Wien

07.06.2013 ÖKG-Kongress in Salzburg

13.06.2013 EUFEP Kongress Krems

10.06.2013 ÖGPH-Kongress in St. Pölten

Preis: 2. Abstract/Posterpreis im Rahmen der ÖGGSM-Jahrestagung