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Frauen in Forschung & Technologie
FEMtech

FEMtech Netzwerktreffen vom 18.06.2012

Chancengleichheit schafft Wettbewerbsvorteile

Unternehmen, die Forschung und Entwicklung betreiben, sind auf hochqualifizierte MitarbeiterInnen angewiesen, um ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und weiter auszubauen. Viele Unternehmen beklagen zwar einen Fachkräftemangel, verzichten aber gleichzeitig auf ein enormes Potenzial: Denn Frauen sind in vielen Branchen noch immer unterrepräsentiert. Beim FEMtech Netzwerktreffen am 18. Juni im WIFI Dornbirn wurde das Thema ,,Vielfalt und Chancengleichheit in Betrieben" heiß diskutiert.

Es sei notwendig, aktiv Maßnahmen zu setzen, um den Frauenanteil in Unternehmen zu erhöhen, betonte Landtagspräsidentin Bernadette Mennel. Diese müssten frühzeitig bei jungen Mädchen und Frauen ansetzen. Auch die Medien sollten dazu beitragen, ein positives Bild von Frauen in technischen Berufen zu vermitteln.

Silvia Neumann, Abteilung Forschungs- und Technologieförderung im BMVIT, wies darauf hin, dass das BMVIT in seinem Förderschwerpunkt ,,Talente" Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit vielfältigen Förderungen dabei unterstützt, den Frauenanteil zu erhöhen und Frauen in ihrer Karriere zu fördern.

Im Wettbewerb um die besten Köpfe sei es wichtig, sich als attraktiver Arbeitergeber zu positionieren, so Monika Mayrhofer vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte. Um eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die Frauen wie Männer gleich anspricht, müssen Unternehmen in Zukunft verstärkt auf Diversität und Chancengleichheit setzen.

Im Kompetenzzentrum V-Research habe die Auseinandersetzung mit Chancengleichheit und Gender Mainstreaming zu einem Umdenkprozess im Kompetenzzentrum geführt, so Geschäftsführer Cord Henrik Surberg. Diese bewusste Auseinandersetzung führte dazu, dass als selbstverständlich angesehene Abläufe im Unternehmen hinterfragt wurden und so auf ,,versteckte" Barrieren untersucht wurden.

Christoph Hinteregger, Mitglied der Geschäftsleitung bei Doppelmayr Seilbahnen GmbH, betonte, dass das Bild der Technik in der Öffentlichkeit häufig ein verzerrtes sei. Technik habe nach wie vor den Ruf, ein ,,schmutziges" Gewerbe zu sein. Daher unterstützt Doppelmayr seit einigen Jahren Aktivitäten wie den ,,girls´ day" oder den ,,Tag der offenen Tür".

Es seien häufig unsichtbare Barrieren, die Frauen, ältere ArbeitnehmerInnen oder auch Menschen mit Behinderungen davon abhalten, sich für einen Job zu bewerben, so Monika Mayrhofer. Diese Personen erreiche man im herkömmlichen Rekrutierungsprozess nicht, und das werde den Unternehmen überhaupt nicht bewusst. Es sei daher wichtig, so Mayrhofer, diese ,,Barrieren" zu zerstören, um Frauen anzusprechen. Außerdem müssten Betreuungspflichten gerecht verteilt werden.

Rahmenbedingungen für Frauen mit Betreuungspflichten sind auch für die Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Vorarlberg, Evelyn Dorn, wichtig. Der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen sei ein wesentliches Ziel der Wirtschaftskammer im Jahr 2012. Hier müsse, so Evelyn Dorn, auch jede und jeder selbst ansetzen, damit das Vorurteil der ,,Rabenmütter" endlich der Vergangenheit angehört.

Foto-Credit: FFG/Kreativ Fotografie Furtner

Weitere Fotos

Einladung/Programm
Präsentation von Monika Mayrhofer, Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte
Montag, 18 Juni, 2012
WIFI Campus Dornbirn, Vorarlberg