A A A English
Frauen in Forschung & Technologie
FEMtech

TEPMOS

TEPMOS

Teilzeitarbeitskräfte-Personal- und Mobilitätsbuchungssystem

Beteiligte Organisationen

AIT Austrian Institute of Technology GmbH (Projektkoordination), Herry Consult Ges.m.b.H., Mobilitätszentrale Pongau, AMS Bischofshofen

Projektleiterin

Dr.in Pamela Nolz
pamela.nolz@ait.ac.at

Laufzeit

Juli 2014 - September 2016

Homepage

---

Ziel des Projekts

In TEPMOS wird ein integriertes Personal- und Mobilitätsbuchungssystem zur optimalen Dienst- und Tourenplanung entwickelt, welches darauf abzielt, Arbeitssuchende in schwer erreichbaren touristischen Gebieten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Eine Hauptanforderung hierfür ist Flexibilität sowohl von Seiten der ArbeitgeberInnen als auch von Seiten der ArbeitnehmerInnen. Diese flexible Gestaltung der Arbeitszeiten durch die ArbeitgeberInnen und die Koordinierung der Fahrgelegenheiten ermöglichen die gemeinsame Anreise mehrerer ArbeitnehmerInnen, selbst zu unterschiedlichen Arbeitsplätzen. Die damit einhergehenden Anforderungen an die Dienstplanung und Transportlogistik sind sehr komplex, da dynamische Aspekte integriert und der Bedarf verschiedener NutzerInnen synchronisiert werden müssen. Zu diesem Zweck ist die Betrachtung des gesamten Systems notwendig, wodurch die zentrale Personaleinsatzplanung für mehrere ArbeitgeberInnen der Region und die erforderlichen Mobilitätskonzepte optimal erstellt werden können. Auf diese Weise werden die Dienstpläne und Organisation der Fahrten aufeinander abgestimmt und Wartezeiten, Mobilitätsaufwand und Kosten der NutzerInnen minimiert.

Fragestellung

Wie kann ein integriertes Personal- und Mobilitätsbuchungssystem entwickelt werden, welches einerseits optimale Dienstpläne für Teilzeitarbeitskräfte über mehrere DienstgeberInnen (z.B. Hotels) erstellt und andererseits effiziente Routen zwischen den Wohn- und Arbeitsstätten der Angestellten organisiert?

Hintergrund des Projekts

In ländlichen Tourismusregionen kommt es häufig zu einem Missverhältnis zwischen benötigten und zur Verfügung stehenden Teilzeitarbeitskräften. Dieses Missverhältnis entsteht durch die geographische Verteilung der abgelegenen Tourismusgebiete und der lokalen Zentren in alpinen Regionen. Dadurch stehen in den Tourismusregionen nicht genügend Teilzeitarbeitskräfte zur Verfügung, während in den lokalen Zentren, die meist nicht touristisch geprägt sind, ein Überschuss an Arbeitskräften herrscht. Dieses Phänomen betrifft in erster Linie Frauen, da einerseits Teilzeitarbeit in Österreich vorwiegend von Frauen angestrebt wird, andererseits speziell im Servicesektor der Tourismusbranche ein Großteil der Beschäftigten Frauen sind. Eine Verringerung dieser strukturellen Arbeitslosigkeit im Teilzeitbereich scheitert häufig am Kosten- und Zeitaufwand zur Bewältigung der notwendigen Arbeitsmobilität zwischen Arbeits- und Wohnort. Für viele potenzielle Teilzeitarbeitskräfte rentiert sich der Mobilitätskosten- und Zeitaufwand im Vergleich zum Arbeitszeitaufwand und der Verdienstmöglichkeit nicht, da die Koordinierung mehrerer Teilzeitjobs schwierig und individuelle Mobilität teuer ist, öffentliche Verkehrsangebote jedoch zu starr sind, um auf die vielen Änderungen ohne große Zeitverluste eingehen zu können. Bislang konnten weder Personalbuchungssysteme, noch alternative Verkehrssysteme eine geeignete Lösung zum Ausgleich dieses Missverhältnisses bieten, da mit diesen Systemen immer nur eine Seite des Problems betrachtet wurde, nämlich entweder die Personaleinsatzplanung oder Mobilitätsplanung.

Geschlechter-/Gender-Konzeption

Das Projekt fokussiert auf die Zielgruppe von Frauen mit Teilzeitbeschäftigung im Tourismus.  

Bisherige Ergebnisse

Es wurde eine Regionalanalyse der drei Untersuchungsgebiete in der Region Pongau (Gasteinertal, Großarltal sowie Altenmarkt-Zauchensee) durchgeführt, aufbereitet in Steckbriefen. Diese Informationen dienten als Diskussionsbasis für den internen Workshop, der die Problematik der Mobilitätserfordernisse für Teilzeitarbeitskräfte in der Region Pongau durch Stakeholder (AMS Bischofshofen, Mobilitätszentrale Pongau) beleuchtete.

Die vorerst per Email vom AMS durchgeführte Einladung zur Teilnahme von Betrieben im Tourismusbereich wurde durch eine telefonische Kontaktaufnahme (CATI-Methode) intensiviert. Bis 5.12.2014 konnten insgesamt 27 Interviews mit Unternehmen in der Tourismusbranche abgeschlossen werden. Vor allem die telefonische Kontaktaufnahme von Teilzeitarbeitskräften über die ArbeitgeberInnen brachte keine Erfolge, auch Interviews vor Ort (12.-16.1.2015) wurden von den ArbeitgeberInnen nicht akzeptiert, somit musste die Befragung von saisonalen Arbeitskräften direkt an der AMS-Stelle Bischofshofen (mit Unterstützung des AMS-Personals) durchgeführt werden. Die beiden Fokusgruppen-Diskussionsrunden einerseits mit beruflichen „WiedereinsteigerInnen“ und andererseits mit „ArbeitgeberInnen“ wurden in enger Abstimmung mit dem AMS Bischofshofen durchgeführt.

Die Problemstellung wurde mathematisch modelliert. Relevante Bedingungen für die integrierte Personal- und Mobilitätsplanung wurden sowohl aus den Fragebögen als auch aus den Fokusgruppendiskussionen abgeleitet. Die formale Zielfunktion spiegelt ökologische, soziale und ökonomische Aspekte wieder. Auf der taktischen Entscheidungsebene werden die Bedürfnisse der ArbeitnehmerInnen und der ArbeitgeberInnen berücksichtigt, wie etwa Wartezeiten, Tätigkeitswechsel und Auslastung. Auf der operativen Ebene werden Fahrten gebündelt, um negative Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden und Kosten gemessen in Reisezeit zu minimieren. Außerdem wurden die Entwicklung und Implementierung von effizienten und problemspezifischen Lösungsalgorithmen für die simultane Erstellung von Dienstplänen und Transporttouren gestartet.